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BERLINALE SHORTS IV – SEHR SEHENSWERT!

Der argentinische Kurzfilm CENTAURO und der brasilianische Kurzfilm ESTÁS VENDO COAISAS werden zusammen mit dem portugiesischen ALTAS CIDADES DE OSSADAS, der palästinesisch-israelischen Doku THE BOY FROM H2 und dem formal herausragenden deutschen CALL OF CUTENESS gezeigt. Den Abschluss bildet das in Film transformierte Videospiel EVERYTHING.

CENTAURO spielt mit Zitaten, Codes und Mythen des argentinischen Gaucho-Lebens, das Plastiken, Literatur, Theater und Musik auf eine sehr filmische Weise integriert. Nicht nur für Gaucho-Fans ausgesprochen unterhaltsam.

ESTÁS VENDO COAISAS ist eine gleichzeitige Hommage an und Dekonstruktion der Kultur der überaus populären Brega-Musik im Nordosten Brasiliens, die die Künstlerin Bárbara Wagner für die Biennale produziert hat. Bereits erfolgreich in Recife vorgestellt und absolut kinotauglich.

ALTAS CIDADES DE OSSADAS von Regisseur João Salaviza, der bereits 2012 mit Raffa den golden Bären gewann, ist ein virtuoses Spiel mit der Dunkelheit im Film, das magische Bilder erzeugt. Magisch sind auch die Monologe der Hauptfigur Karlon, ein Protoganist des Cape Verdean Creole Rap.

Ausgesprochen bewegend ist die Dokumentation THE BOY FROM H2, die von der israelischen Menschenrechtsorganisation Btselem gedreht und produziert wurde. Sie denunziert die Praxis der israelischen Polizei, in Hebron Kinder zu verhaften.

Formal herausragend war der nur vierminütige CALL OF CUTENESS der jungen deutschen Regisseurin und Komponistin Brenda Lien, die sich den im Netz so beliebten Katzenbildern einmal anders nähert: “Während wir heil und munter den Katzen-Fail des Tages gucken, holt uns alles, was unsichtbar bleibt in diesem neoliberalen Albtraum, wieder ein.”

Den Schlusspunkte setzte David O’Reilly, der 2008 einen Goldenen Bären erhielt, mit dem in Film transformierten Videospiel EVERYTHING.

 

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