Karneval | Nummer 624 - Juni 2026

„Der Bullerengue macht weiterhin bulla”

Was passiert, wenn eine Afrokolumbianische Tradition, die in den Cimarrón-Gebieten der Karibik entstanden ist, auf die Straßen Berlins gelangt? Der Afrokolumbianische Tänzer und Kulturmanager Alex May brachte den Bullerengue gemeinsam mit dem Kollektiv Canoafolk auf den Karneval der Kulturen (KdK). Entstanden in den Afrodiasporischen Gemein­schaften der kolumbianischen Karibik und geprägt von der Geschichte des Cimarrón- Widerstands, ist der Bullerengue weit mehr als Musik und Tanz: eine gemeinschaftliche Praxis von Erinnerung, Ahnenwissen und Widerstand. In diesem Interview reflektiert Alex May über kulturelle Weitergabe in der Diaspora, über die Grenzen zwischen Austausch und kultureller Aneignung sowie über die Herausforderungen, eine Afrokolumbianische Tradition in einen europäischen Kontext zu übertragen.

Interview: Juliana Garzón Beltrán
Foto: Alex May Was bedeutet der Bullerengue für dich persönlich?Für mich ist der Bullerengue e

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ALEX MAY

Alexander Álvarez May (Alex May) ist Künstler, Tänzer, Choreograf, Forscher im Bereich des Afrokolumbianischen Tanzes und Kulturmanager aus Cartagena, Kolumbien. Er hat Ausbildungen, Residenzen und Praktika in Ländern wie Kolumbien, Venezuela, Panama, Mexiko, Kuba, Nigeria, Peru und Deutschland absolviert. Er hat einen Abschluss in Sportpädagogik, Freizeit und Sport sowie einen Master in Motorik und menschlicher Entwicklung. Seine Arbeit verbindet die Beziehung zwischen Motorik, Körper und Kultur aus einer Afrokolumbianischen Perspektive, die Tradition und Gegenwart miteinander verknüpft. Seit 2017 leitet er Memorias Danza Teatro und realisiert dort Kreativprozesse, Bildungsarbeit und soziale Trans­formationsprozesse durch Tanz.


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