Gewalt im Bajo Aguán
Am 20. Mai wurden in der Bauerngemeinde Paso Aguán am Ort Rigores, im Bajo Aguán, mindestens 20 Menschen ermordet, darunter auch Kinder. Der Angriff wurde von bewaffneten Männern in einer Kirche der Gemeinde verübt. Die Täter des Massakers sind noch nicht identifiziert worden. Es kursieren jedoch Zeugenaussagen, wonach Personen in Polizeiuniformen an dem Verbrechen beteiligt waren.
Zahlreiche nationale und internationale Organisationen verurteilten das Verbrechen und forderten von der Regierung eine Untersuchung des Falls sowie konkrete Maßnahmen zur Zerschlagung der kriminellen Strukturen und zur Gewährleistung der Sicherheit von Menschenrechtsverteidigern und Bauer*innen in der Region. Bauernorganisationen wie die Plataforma Agraria befürchten, dass das Verbrechen dazu genutzt wird, die Bewegung der Landrechtsaktivist*innen zu unterdrücken: Bereits am Tag nach dem Massaker im Bajo Aguán deuteten Abgeordnete der honduranischen Regierungspartei Partido Nacional an, die Gewalt sei die Schuld der vertriebenen Bauerngemeinschaften der Region und drohten, deren Organisationen als terroristisch einzustufen.
