Mexiko | Nummer 625/626 - Juli/August 2026

„Jeder kollektive Wandel beginnt mit einem individuellen“

Interview mit der Aktivistin Michelle Arzate über digitalen Aktivismus und Kämpfe gegen Megaprojekte

In der Bucht von Topolobampo in Sinaloa wird eine zerstörerische Ammoniakfabrik mit deutschem Geld und mexikanischer Förderung gebaut. Doch nicht ohne lokalen Widerstand. Heute findet der Kampf der Yorememayo Völker internationale Solidarität in der digitalen Welt, wie aus dem Gespräch der LN mit der Aktivistin Michelle Arzate hervorgeht. Sie beschreibt, wie die Brücke zwischen zwei Generationen und zwei Formen des Aktivismus geschlagen wird und warum ihrer Ansicht nach keine der beiden ohne die andere funktioniert.

Von Gibran Mena Aguilar (Übersetzung: Elisabeth Erdtmann)
Wie würdest du deine Tätigkeit beschreiben?Ich bin Internationalistin, das ist meine eigentliche T

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Topolobampo: Widerstand gegen die Ammoniakfabrik

In der Bucht von Topolobampo in Sinaloa, die sich in einem international anerkannten Ramsar-Gebiet (die Ramsar-Konvention ist ein weltweiter Aktionsplan zum Schutz und zur Sicherung der Wasserversorgung für Feuchtgebiete) befindet, errichtet das Unternehmen GPO eine Ammoniakfabrik neben weiteren Anlagen der Energieindustrie. Die Indigenen Gemeinden der Yorememayo leisten seit mehr als einem Jahrzehnt Widerstand gegen dieses und andere Megaprojekte, die ihre Existenz bedrohen. Das zu 80 Prozent von der deutschen KFW IPEX-Bank finanzierte Projekt steht heute vor einer neuen Hürde: GPO reichte einen Rechtsschutzantrag ein, um eine Inspektion durch die Umweltschutzbehörde zu verhindern – genau zu dem Zeitpunkt richteten die mexikanische Zivilgesellschaft und die digitale Aktivist*innenszene ihren Blick auf die Bucht. Ein kurzes Internetvideo gab dem langjährigen lokalen Aktivismus einen Schub, mit dem niemand rechnete.


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