Kolumbien | Nummer 627/628 - September/Oktober 2026 | Politik

„Nicht nur ein paar schwarze Schafe”

Jaqueline Castillo von MAFAPO spricht im Interview über die Entwicklung der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden

Die Organisation Mütter der Falsos Positivos kämpft seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit für ihre Angehörigen. Zwischen 2002 und 2008 ermordete das kolumbianische Militär mindestens 6.402 Zivilist*innen und stellte sie als im Kampf gefallene Guerilleros dar. Im Kontext des Friedensprozesses sollten diese Fälle durch die Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (Jurisdicción Especial para la Paz, JEP) aufgeklärt werden. Zehn Jahre später zieht Castillo im Interview mit LN Bilanz und gibt ihre Einschätzung dessen, was unter der neuen, extrem rechten Regierung Kolumbiens in den kommenden Jahren zu erwarten ist.

Interview: Tininiska Zanger Montoya
Jaqueline Castillo Peña. Foto: MAFAPO Welche Erfolge konnte MAFAPO in den letzten zehn Jahren ve

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Jacqueline Castillo Peña ist die Schwester von Jaime Castillo Peña, der am 10. August 2008 in Bogotá verschwand und am 12. August 2008 in Ocaña als im Kampf gefallener Guerillero tot aufgefunden wurde. Sie kämpft seitdem für Wahrheit, Gerechtigkeit und Nicht-Wiederholung und ist die Vertreterin von MAFAPO. Die Madres de los Falsos Positivos (Mütter der Falsos Positivos) ist eine kolumbianische Frauen- und Opferorganisation. Sie kämpft für Aufklärung und das Andenken an ihre Angehörigen, die Opfer der als Falsos Positivos bekannten Morde von Zivilist*innen durch das kolumbianische Militär, die die kolumbianische Presse mit dem Euphemismus Falsos Positivos benannte.


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