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Tag der Landlosen gegen Landgrabbing

Am 17. April ist der Tag der Landlosen. An diesem Datum wurden im Jahre 1996 bei dem Massaker von El Dorado das Carajás im brasilianischen Bundesstaat Pará 19 Landlose von Militärpolizisten getötet. Seither ruft zu diesem Tag die internationale Landlosenorganisation Via Campesina zu weltweiten Protesten für eine Landreform und gegen die Ausweitung industrialisierter Landwirtschaft auf.
Dieses Jahr protestiert Via Campesina insbesondere gegen Landgrabbing, also gegen den zunehmenden Aufkauf riesiger Landflächen durch Unternehmen oder Finanzinstitute, oft um auf den Flächen Lebensmittel für den Export zu produzieren. Diese Verträge werden meistens zwischen den jeweiligen Regierungen und den Unternehmen ausgehandelt, ohne die betroffene Bevölkerung einzubeziehen.
Oft werden Flächen, die offiziell als Staatsland gelten, verpachtet. Zwar leben darauf häufig bereits Menschen bebauen das Land, besitzen aber keine Landtitel (siehe Artikel auf S. 35-37 zu saudischen Unternehmen im argentinischen Chaco). Teilweise handelt es sich auch um Ländereien, von denen Menschen mit Gewalt vertrieben wurden. In Kolumbien soll ein Gesetz die Rückgabe solcher geraubter Flächen an Kleinbäuerinnen und -bauern regeln, doch das Gesetz kann auch die Rechtssicherheit schaffen, die Landgrabbing erst möglich und gewinnbringend macht (siehe Artikel auf S. 39-42). Und im Zuge des Handels mit Emissionsrechten kaufen Firmen Regenwaldgebiete auf (siehe Artikel auf S. 38).
Die LN unterstützen den Aufruf von Via Campesina und publizieren in dieser Ausgabe einige Artikel zu Hintergründen des Landgrabbing. Erneut möchten wir auch auf das Dossier zu Landgrabbing hinweisen, dass die LN gemeinsam mit dem FDCL im Oktober letzten Jahres herausgegeben haben. Dieses Dossier ist weiterhin erhältlich.
Werdet Aktiv! Organisiert Proteste gegen Landgrabbing und industrielle Landwirtschaft!

Mehr Infos auf: viacampesina.org

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