Wahlen in Zeiten institutioneller Instabilität
Am 12. April fanden in Peru Kongresswahlen und der erste Wahldurchgang für das Präsidentschaftsamt statt, das Ergebnis war zu Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Es wird der neunte Präsidentschaftswechsel innerhalb von zehn Jahren – und bereits der dritte binnen eines halben Jahres. Die hohe Zahl von 35 Präsidentschaftskandidat*innen sowie das stark fragmentierte und volatile Parteiensystem erschwerten belastbare Wahlprognosen erheblich. Kernwahlkampfthemen sind Sicherheit und organisierte Kriminalität, die nach Jahren steigender Gewalt zentral für viele Wähler*innen sind, sowie Korruption und Wirtschaftspolitik.
In Umfragen vorn lagen kurz vor dem ersten Wahlgang die rechtskonservativ-neoliberale Fuerza Popular, die das Erbe des Fujimorismo fortführt, und die rechtskonservative, christlich-fundamentalistisch geprägte Renovación Popular. Die jüngere Vergangenheit zeigt, dass diese Parteien gemeinsam mit einer Mehrheit des vom rechten Lager dominierten Kongresses wiederholt bereit war, demokratische Verfahren zugunsten eigener Machtinteressen auszuhöhlen und das Regierungshandeln zu blockieren. Die Stichwahl wird zeigen, wie es weitergeht.



