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Rita Segato: Wider die Grausamkeit

Strategien der Grausamkeit sind dort am Werk, wo das Unvorhersehbare des Lebens gezwungen ist, sich Aspek­ten von Messbarkeit und Konsumierbarkeit, also den Nützlichkeitserwägungen des Kapitalismus, zu unter­werfen. Paradigmatisch hierfür stehen das Patriachat, die Gewalt gegen Frauen und die Ausbeutung ihrer Kör­per. Dieser Grausamkeit gilt es, etwas entgegen zusetzen: eine Strategie des subversiven Ungehorsams und einer widerständigen Unkonventionalität, für die Ambivalen­zen zentral sind. Im Denken der Dekolonialität, das sich mit der auch von Marxist*innen unterstellten Prämisse eines vorgefertigten Bildes der idealen Gesellschaft aus­einandersetzt, besteht die wahre Utopie der Geschichte in ihrer Unvorhersehbarkeit.


Für Rita Segato spielt ihre anthropologische Feldfor­schung zu den Femiziden in Mexiko eine ebenso bedeu­tende Rolle wie eine spezifische theoretische Rahmung: Die Analyse der lateinamerikanischen Realität zeigt, wie der eurozentrische Blick, der auch die Wissenskon­figurationen Lateinamerikas prägt, die Sicht auf das Entscheidende eher verstellt denn erhellt.
Mit diesem Band wird erstmals eine deutsche Über­setzung einer der wichtigsten intellektuellen Stimmen Lateinamerikas vorgelegt.

Rita Laura Segato, geboren 1951 in Argentinien, ist emeritierte Professorin für Anthropologie und Bio­ethik der Universität Brasília, Brasilien. Sie promo­vierte in Anthropologie an der Queen’s University Belfast, Nordirland und lehrte u. a. in Venezuela, Spanien, Chile sowie den USA und veröffentlichte zahlreiche Bücher. Parallel zu ihrem wissenschaftli­chen Schaffen engagiert sich Segato in vielfältigen Initiativen für Menschenrechte sowie feministi­schen Gruppen.

Rita Laura Segato // Wider die Grausamkeit: Für einen feministischen und dekolonialen Weg // aus dem argentinischen Spanisch übersetzt von Sandra Schmidt // Erscheinungsdatum Juli 2021 // 204 Seiten

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