Ausbruch aus dem Kokon

Da liegt sie nun auf dem Tisch, die Banane. Zerquetscht und braun, säuberlich auf einem Teller dekoriert. Und davor wie ein Häuflein Elend der neunjährige Cristian (Bastian Escobar), der weiß, dass er Mist gebaut hat. Denn der Rest der Banane befindet sich noch immer auf seinem Betttuch im gemieteten Zimmer und Schmutz und Unordnung kann die strenge Vermieterin Olga  
(Teresita Sánchez) nun einmal auf den Tod nicht ausstehen. Doch allzu schlimm fällt die Bestrafung nicht aus: Abspülen, Saubermachen und die Sache ist erledigt. Vielleicht ist Olga ja doch gar nicht so schlimm, wie es zu Anfang den Anschein hatte.

© Kinotitlán

Fernando Eimbcke (Club Sándwich, Olmo) ist bekannt für seine einfühlsamen, menschlichen Geschichten mit oft jungen Protagonist*innen. Und auch in seinem neuen Film Moscas (Fliegen)dem einzigen lateinamerikanischen Wettbewerbsbeitrag auf der Berlinale 2026, schafft er es wieder spielend, das Herz des Publikums zu gewinnen. 

Die Geschichte dreht sich um Cristian, der seine krebskranke Mutter gemeinsam mit seinem Vater Tulio (Hugo Ramírez) nach Mexico City begleitet. Dort liegt sie in einem Spezialkrankenhaus zur Behandlung, während Tulio und Cristian sich in der Nähe einquartieren. Da Tulio viel Geld für Medikamente benötigt, mietet er als kostengünstige Lösung ein Einbettzimmer in Olgas kleiner Wohnung direkt neben dem Krankenhaus. Dabei verschweigt er jedoch, dass er seinen kleinen Sohn dorthin mitbringt, und schnell ahnt man, dass das nicht lange unentdeckt bleiben wird. Denn Olga gibt sich zwar betont mürrisch („Ich will kein Wort über deine kranken Verwandten hören!“, herrscht sie Tulio gleich zu Beginn an), ist aber nicht auf den Kopf gefallen. Diese Eigenschaft teilt sie mit dem gleichermaßen cleveren wie unbekümmerten Cristian, und so ist es kein Wunder, dass sich die beiden annähern – anfangs zwar widerwillig, aber letztlich unvermeidlich. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Computerspiel Space Invaders (Im Film aus Copyright-Gründen umbenannt in Cosmic Defenders Pro), in dem Cristian seine Fähigkeiten bis zur Besessenheit auf einem Automaten vor dem Gebäude perfektioniert und mit dem auch Olga eine Geschichte verbindet.

Moscas ist kein Film, der das Kino neu erfindet. Die Geschichte über ein herzerwärmendes Kind, das das Leben einer älteren, verbitterten Person wieder öffnet und inspiriert ist so oder ähnlich schon viele Male auf der Leinwand erzählt worden. Was Fernando Eimbckes Tragikomödie dennoch absolut sehenswert macht, sind einerseits die mit vielen originellen Einfällen und interessanten Perspektiven gefilmten Schwarz-Weiß-Aufnahmen und auf der anderen Seite das berührende Spiel der Hauptdarsteller*innen. Vor allem Bastian Escobar schafft es mit Leichtigkeit, sowohl kindliche Verspielt- und Frechheit als auch eine verantwortungsbewusste, über sein Alter hinausgehende Reife so zusammenzubringen, dass ihn spätestens ab der Hälfte des Films einfach jede*r Zuschauer*in gern haben muss. „Eine Fliege ist ein Eindringling, den zunächst niemand gerne bei sich hat. Aber er zwingt uns, aufzustehen, das Fenster aufzumachen und frische Luft in unser Leben zu lassen“, erklärt Fernando Eimbcke den Titel seines Films. Und genau diese frische Luft könnten wie Olga auch all diejenigen spüren, die Moscas im Kino gesehen haben.


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Alle lieben Narciso

© La Babosa Cine

Am Ende ist wieder Ordnung eingekehrt, auch im Studio von Radio Capital in Asunción. Wo vorher der ekstatisch tanzende Moderator Narciso (Diro Romero) vor kreischenden Jugendlichen die neusten Rock’n’Roll Hits aus den USA präsentiert, spielt nun wieder Chinita Montiel, die Grande Dame der paraguayischen Folklore, vor einem brav sitzenden und im Takt mitklatschenden Publikum. Auf einer Brache werden Rock’n’Roll-Platten verbrannt – und Narcisos Leiche wird brennend in seinem Bett entdeckt. Narciso, der im Paraguay der späten 1950er Jahre angesiedelte zweite Langspielfilm von Marcelo Martinessi (u.a. zwei Silberne Bären für Las herederas 2018) beginnt mit dem letzten Auftritt des schnauzbärtigen, charismatischen und – wie der Name schon andeutet – sehr von sich selbst eingenommenen Narciso. In Buenos Aires hat er den Rock’n’Roll kennengelernt und ist nun in seine Heimat zurückgekehrt. Während die Unterdrückung der Militärdiktatur unter Paraguays Diktator Stroessner, im Film nur „El Rubio“ (der Blonde) genannt, in alle Bereiche des Lebens sickert, versucht Narciso, die aus den USA die Welt erobernden Hits von Chuck Berry, Little Richard, oder Bill Haley & His Comets (bei Narciso „y sus cometas“) in das noch provinzielle Asunción zu bringen.

© La Babosa Cine

Dazu muss er zunächst Radiodirektor Lulú (Manuel Cuenca) von seiner Show überzeugen. Das ist die Musik, die die Welt hört, erklärt der junge Mann Lulú. Der erwidert nur: Aber wir sind in Paraguay. Dass Lulú schließlich nachgibt, liegt nicht nur an der Intervention des charismatischen US-Botschaftsmitarbeiters Mister Wesson (Nahuel Perez Biscayart). Denn der heimlich schwule Lulú, der die Nächte auf den Straßenstrichen und Cruising Areas Asuncións verbringt, fühlt sich zu Narciso hingezogen. Und auch der dandyhafte Mr. Wesson, über dessen sexuelle Orientierung eh gemunkelt wird, kommt Narciso immer näher.

Neben queerem Begehren, das unterdrückt umso ungehemmter ausbricht, und Indigener Sichtbarkeit – ganz selbstverständlich wird in Teilen des Films Guaraní gesprochen – spielt das Radio eine große Rolle: als das Medium der Zeit, bevor das Fernsehen nach Paraguay kam. In einer Radionovela wird die Geschichte Draculas eindrücklich als Live-Hörspiel inszeniert und dient als gelungene Parabel auf die Militärdiktatur. „El Rubio“ beschwert sich persönlich über die Show: er mag keine düsteren Geschichten.

© La Babosa Cine

„In der Verzweiflung liegt eine eigene Ruhe“ bemerkt der Dracula-Darsteller (Arturo Fleitas), als von Razzien und Festnahmen  „unmoralischer“ Jugendlicher berichtet wird. Und so  dauert es nicht lange, bis schwere Fäuste auch gegen die Türe des Studios hämmern. Mister Wesson ist noch dabei, als der Diktator das neue, mit US-Hilfe aufgebaute Wasserwerk eröffnet. Doch die Protagonist*innen der Gegenkultur sind da schon alle auf Militärlastwagen abtransportiert. Narciso fängt die Brüchigkeit seiner Epoche wundervoll ein und ist gleichzeitig von beängstigender Aktualität: Wie dort gegen queere Menschen und Künstler*innen als „Invertierte“ gehetzt wird, vor denen Kinder und gute Sitten beschützt werden müssen, lässt unweigerlich an die allgegenwärtige Hetze weltweit erstarkender faschistischer Strömungen denken.

Martinessis Narziss blüht zwar nur als kurze Stichflamme auf. Dennoch beweist er, dass sich das Begehren auch von noch so autoritär agierenden Regimes nie ganz einhegen lässt. Die Reise in die Glanzzeiten des Radios, ein großartiger Soundtrack voller Rock’n’Roll-Hits und die Repräsentation queeren und Indigenen Lebens und kulturellen Widerstands gegen die Militärdiktatur machen Narciso zu einer unbedingten Empfehlung. Sollte der Film auf der  Berlinale einen der queeren Teddy-Awards gewinnen, wäre das mehr als verdient.


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Roadmovie ins Unterbewusstsein

© Delirio FIlmes, Moçambique Audiovisual

Rosa, eine Frau mittleren Alters, begibt sich mit ihrer Mutter Dalva auf eine imaginäre Reise entlang der Landstraße. Der Auslöser für dieses Unterfangen ist eine einfache Frage: „Welchen glücklichen Moment kannst du dir bildlich vorstellen?“ So beginnt Janaína Marques’ Film I Built a Rocket Imagining Your Arrival, ein Roadmovie  mit Elementen des magischen Realismus.

Auf dem gemeinsamen Weg, den sie zurücklegen, teilen Mutter und Tochter Momente des Glücks und der Vertrautheit, aber auch Szenen, die von tiefem Schmerz erfüllt sind. Die lange Abwesenheit voneinander hat bei beiden Narben hinterlassen, die nicht leicht zu bewältigen sind.

Auf visueller Ebene ist die Farbe Rot bei der Mutter präsent, die eine energiegeladene und fröhliche Persönlichkeit hat. Im Kontrast dazu steht Rosas Schweigen und Schüchternheit. Das lebendige Rot zeigt sich in einer Dualität: Es erscheint in freudigen Augenblicken, ruft aber auch Rosas Schmerz hervor, wenn sie sich an das Blut ihrer Mutter erinnert, das sie am Tag der Trennung sah. Nach und nach umhüllt diese Farbe auch Rosa, und je weiter sie auf der Reise vorankommen, desto ähnlicher wird sie Dalva. In gewissen Momenten wirken die beiden wie Schwestern, Freundinnen oder Komplizinnen.

© Delirio FIlmes, Moçambique Audiovisual

 I Built a Rocket Imagining Your Arrival ist das Debütwerk der brasilianischen Regisseurin Janaína Marques, produziert wurde es von Moçambique Audiovisual. Mit einer unkonventionellen Erzählweise, die Erinnerung und Vorstellungskraft nachahmt, zeigt der Film sehr unterschiedliche Schauplätze: unwirtliche und wüstenartige Orte, eine Bar, ein Hotel, Durchgangsstationen. Die beiden Protagonistinnen begeben sich auf den Weg zu ihrem Ziel: Sie besuchen eine Frau namens Consuelo (auf Deutsch „Trost“, eine Anspielung auf ihre Persönlichkeit), die in einem kleinen Haus mitten im Dschungel lebt, das wie ein Schutz vor dem Sturm erscheint.

Mit einem verzweifelten Schrei ruft Rosa einmal nach ihrer Mutter, erhält aber keine Antwort. Von einem Berggipfel aus sehen wir sie klein und verletzlich, wie das Kind, das immer noch auf die Rückkehr ihrer Mutter wartet. Sie lebt in der Welt der Möglichkeiten und fragt sich, wie anders ihr Leben wäre, wenn sie ihre Mutter immer an ihrer Seite gehabt hätte. Wie glücklich wäre sie wohl gewesen?

Ein zentraler Aspekt des Films ist das Thema der Resilienz und der Solidarität von Frauen angesichts struktureller männlicher Gewalt. Sie alle sind Überlebende. Das queere Element scheint ein Ausweg aus diesen Gewaltszenarien zu sein, ein Fenster zu Glück, Liebe und Freiheit. Nähe und Emotionalität sind dabei im Film immer spürbar, wozu zweifellos die Chemie zwischen den Schauspielerinnen Verônica Cavalcanti (Rosa) und Luciana Souza (Dalva) viel beiträgt.  

© Delirio FIlmes, Moçambique Audiovisual

I Built a Rocket Imagining Your Arrival war Teil des Programms der 76. Ausgabe der Berlinale und hat dort die Wertung der Leser*innenjury der Zeitung Tagesspiegel als bester Film der Sektion Forum gewonnen.


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Die Melancholie des Verbrechens

© Triángulo

Machado (Juan Lugo) arbeitet nahe Toulouse in der Weinlese, als er von einer alten Bekannten den Auftrag erhält, einen Edelstein aus der Krone einer Marienstatue in einer Kirche in Medellín zu rauben. Nach kurzem Zögern reist der wortkarge Machado in die lange nicht mehr besuchte Heimat. Am Flughafen erwartet ihn eine Frau, die ihm direkt einen Revolver überreicht. Denn vor dem Diebstahl gilt es, einen unbeliebten und als gefährlich geltenden Pfarrer aus dem Weg zu räumen. Die Information, dass sein Auftrag einen Mord beinhaltet, nimmt Machado ebenso ungerührt zur Kenntnis, wie er vorher seiner Freundin in Frankreich von dem Job erzählt hat. Der Coup läuft so glatt, dass jegliche Spannung, die sich aufbaut, schnell wieder abflacht.

© Triángulo

Piedras Preciosas, der erste Langfilm des kolumbianischen Regisseurs Simón Veléz, ist kein Gangsterfilm, sondern ein nachdenklicher Streifen, der den Bildern mehr Raum gibt als der Handlung. Ob das Riesenrad am Ufer der Garonne in Toulouse, die Seilbahn über Medellín oder bunte Vögel in einem Park, die Machado gedankenverloren im Gras hockend zeichnet: es ist diese Aneinanderreihung gelungen komponierter Bilder und ungewöhnlicher Perspektiven, die die Stimmung des Films prägt, aber auch ratlos zurücklasst.  Die Absurdität der Inszenierung scheint den manchmal wahllos auftauchenden Charakteren dabei bewusst zu sein: Machado wird, selbst als Priester mit dem charakteristischen weißen Collar (Kragen) verkleidet, stets als Padre – Vater – angesprochen und um Rat gefragt – auch von einer Frau, die ihrem Sohn ausreden möchte, selbst Pfarrer zu werden. Klar, er solle lieber Schauspieler werden, erwidert Machado. Diesen lakonischen Dialogen wohnt ein eigener Witz inne, sie stellen Sehgewohnheiten auf die Probe: die Erwartung, die Zuschauer*innen an diesen Film haben könnten, werden stets unterlaufen. Neben dem wachen Auge für Stimmungen und dem funkelnden Glanz der Diamanten – immer wieder werden in langen Einstellungen Hände gezeigt, die langsam und genüsslich in verschiedenen Edelsteinen wühlen – bleibt der Film zurückhaltend.  

© Triángulo

Am Ende liegen Machado und seine Freundin in ihrem Zimmer in Toulouse und überlegen, was sie nun mit ihrem Reichtum anfangen können – als sei es nichts weiter Besonderes. Über die fehlende Spannung und die inhaltlichen Lücken können die schönen Bilder dabei nur bedingt hinwegtrösten.


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Freiwillig komisch

© Nicolás Pereda

Manchmal ist ein Film wie ein Blick in ein anderes Leben, das einem absurd vorkommen kann. Wie im Film eben. Mit kleinen Tricks gelingt es dem Film Lo demás es ruido (internationaler Titel: Everything else is noise) von Nicolas Pereda die Zuschauer*innen direkt teilnehmen zu lassen an einem Moment des Lebens von drei mexikanischen Komponistinnen. Ein Film, der unfreiwillig Komisches ganz freiwillig rüberkommen lässt.

Wir werden mitgenommen in den chaotischen und lauten Alltag einer mexikanischen Nachbarschaft. Der Film lässt uns teilhaben an einem Tag im Leben von Teresa, ihrer Tochter Luisa und der Besucherin Rosa. Alle drei sind Komponistinnen und scheinen sich selbst zu spielen, dafür spricht zumindest die Verwendung  ihrer echten Vornamen für die Charaktere im Film. Rosa soll von einem Filmteam für eine Dokumentation interviewt werden. Das geht jedoch nicht bei sich zu Hause, weswegen sie ihre Bekannte Teresa darum bittet, das Interview in deren Wohnung aufzunehmen. Doch nichts funktioniert wie geplant: Überall lauert eine Unterbrechung, ein Missgeschick, störender Lärm oder unangenehme Nachbarn.  Besonderen Spaß macht es, Teresa während des Interviews mit dem männlichen Filmteam zuzuschauen. Mit Kollegin Rosa amüsiert sie sich mit Ausgeglichenheit und Ruhe auf eine Art, die niemanden verletzt, aber die teilweise absurden Situationen mit ironischem Humor würzt. Und das mit so großem Talent, dass die alleinerziehende Mutter und Komponistin Teresa selbst Teil des Interviews wird. Tauchen Männer im Film auf, versuchen sie die Situation zu kontrollieren und sich in das Bild zu drängen. Wobei die Kamera sich wie ein*e Zuschauer*in verhält, der*die nicht immer dem Geschehen folgt und ganz eigene Interessen hat.

© Nicolás Pereda

Ein Leben kann der Versuch sein, das Chaos um sich herum zu ordnen oder es zu akzeptieren und darin einen eigenen chaotischen Weg zu finden. Ähnlich kann sich Musik verhalten: Ein Unterschied zwischen klassischer und zeitgenössischer Musik, die Harmonie und Ordnung entsprechen können. Teresa, Luisa und Rosa können darüber nur lachen. Und wir mit ihnen. Wozu braucht jemand Hollywood, wenn es solche Filme gibt?


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Mit Glitzer gegen das Klischee

„Na Prinzessin, alles klar?“: Sprüche dieser Art darf sich der 11-jährige Gugu (Yuri Gomes) im Film Gugus Welt (Feito Pipa) fast täglich anhören. Denn neben seiner Leidenschaft für Fußball klebt er sich auch gerne Glitzerperlen ins Gesicht und studiert im Tanktop mit seinen Freundinnen Tanzchoreographien ein. So passt er nicht in die Schemata, die einige seiner Mitschüler und auch sein Vater von ihm erwarten. Gugu nimmt das meist aber mit Gelassenheit hin, denn zu Hause bei seiner Großmutter Dilma (Teca Pereira) findet er Geborgenheit und Akzeptanz. Die lebenslustige Dilma leidet allerdings unter fortschreitender Demenz. Dabei wird es für Gugu immer schwieriger, sich um sie zu kümmern und gleichzeitig die Schule und seine eigenen Aktivitäten unter einen Hut zu bringen.

© Jamille Queiroz

Allan Deberton hat die Geschichte um eine Großmutter-Enkel-Beziehung im brasilianischen Nordosten am Ufer eines unter Protest angelegten Stausees verortet. Dabei kommt er trotz deutlich erkennbarer Sozialkritik mit angenehm klischeefreien Charakteren aus. So hat Gugu alles andere im Sinn, als das Opfer zu spielen: Gegen Mobbing in seiner Klasse setzt er sich handfest zur Wehr und gibt auf die Frage der Rektorin, ob er es denn in Ordnung finde, so etwas zu machen, genauso schlagfertig zurück: „Finden Sie es denn in Ordnung, was Sie mit mir machen?“ Auch Gugus Vater Valmir (Carlos Francisco) wird nicht als brutaler Macho gezeigt, sondern eher als unsicher und überfordert mit seiner Aufgabe: Wenn er Gugu Pornoheftchen zustecken möchte, ist er seinem Sohn sichtlich peinlich. Und dass er sich selbst so gar nicht für Fußball interessiert, gibt Valmir lieber nicht offen zu – nicht, dass das am Ende noch das pseudo-männliche Rollenbild, das er seinem Sohn vermitteln möchte, stört.

Schwierig wird es für Gugu erst, als die Episoden zunehmen, in denen die Erinnerung seine Großmutter verlässt. Da helfen weder Medikamente noch ein so gutgemeinter wie erfolgloser Exorzismus, den Gugus  religiöser Schulkumpel Enzo bei Dilma durchführen möchte (die wohl lustigste Szene des Films). Schließlich muss sich Gugu entscheiden: Soll er alleine weiter für seine Oma sorgen, die ihn – wenn sie es noch kann – in Allem unterstützt? Oder muss Dilma doch ins Altersheim und er zurück zu seinem Vater ziehen, obwohl der nicht für alle seine Aktivitäten Verständnis hat?

Mit Gugus Welt ist Allan Deberton ein einfühlsamer Familienfilm gelungen, der ernste Themen wie Gender-Diskriminierung und Altersdemenz leichtfüßig behandelt und deshalb nicht nur für Kinder und ihre Großeltern empfehlenswert ist. Die wunderschöne Landschaft um die Stadt Quixadá bietet dazu eine beeindruckende Kulisse für Außenaufnahmen. Gugus Welt dürfte in diesem Jahr ein heißer Kandidat sein, wenn die Berlinale ihre Preise für die besten Kinderfilme verteilt.


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Gefangen im Wald

Dröhnende Motoren durchbrechen die Stille der Nacht. Ein Scheinwerfer zuckt durch die Dunkelheit. Er gehört zu einem LKW, der sich eine bewaldete Bergstraße hochwindet. Kurz hört man noch den Flügelschlag eines Vogels, der weghuscht. Dann hält der LKW, Arbeiter steigen aus und beginnen, eine notdürftige Schutzhütte aufzubauen. Am Ende bleiben vier Personen dort: Ein Mann, eine Frau und zwei Kleinkinder. Sie sind aus Haiti geflüchtet und auf dem Weg in die USA in Zentralmexiko gestrandet. Dort sollen sie einem zwielichtigen Unternehmer beim illegalen Holzschlag in einem Waldgebiet helfen.

© Amondo Cine

Es ist trotz des idyllischen Titels ein bedrückender Stoff, den der mexikanische Regisseur Joaquín del Paso mit seinem dritten Spielfilm El jardin que soñamos (Der Garten, von dem wir träumen) auf die Leinwand bringt. Mitten im Winterquartier der berühmten Monarchenfalter im Bundesstaat Morelia angesiedelt, verfolgt der Film die unbarmherzige Ausbeutung einer haitianischen Familie durch die Holzwirtschaft. Esther (Nehemie Bastien) versucht mit ihren beiden Töchtern Flor und Aisha, beide noch im Kindergartenalter, den Verhältnissen in ihrem Heimatland zu entkommen. Der Vater hat die Familie verlassen, ihren neuen Partner Junior (Faustin Pierre) hat sie auf der Reise kennengelernt. Nun versuchen die vier gemeinsam das Beste aus ihrer Lage zu machen. Bevor es weiter nach Norden geht, will Junior versuchen, mit der Holzfällerei die Kasse aufzubessern. Das klappt zu Beginn auch noch leidlich: Die erste Zahlung kommt an und die Familie richtet sich in der ärmlichen Behausung ohne Toilette und fließend Wasser so gut es geht ein. Doch schon bald beginnen die Probleme. Der skrupellose Holzunternehmer Toño (Carlos Esquivel), von dem Junior in der Waldeinsamkeit völlig abhängig ist, fordert immer längere Arbeitszeiten. Als dann auch noch Kämpfe mit einer rivalisierenden Gruppe um Profitanteile des illegalen Geschäfts ausbrechen, gerät die Familie unverschuldet in Lebensgefahr.

El jardin que soñamos ist ein realistisches Sozialdrama, das die Ausbeutung von Geflüchteten in Mexiko schonungslos offenlegt und dabei nur wenig Raum für Hoffnung lässt. Die Situation der Familienangehörigen, darunter zwei Kleinkinder, die medizinische Hilfe benötigen, ist den unbarmherzigen Geschäftemachern spätestens dann egal, wenn ihr Gewinn auf dem Spiel steht. Nebenbei wird durch die Abholzung im Naturschutzgebiet auch der Lebensraum der gefährdeten Monarchenfalter, ein Wahrzeichen der Region, zerstört. Es ist wichtig, dass Joaquín del Paso ein Schlaglicht auf die brutale Situation Geflüchteter in Mexiko wirft und dabei mafiöse Strukturen auch einmal jenseits des omnipräsenten Drogenhandels anspricht. Die Charaktere im Film wirken zwar etwas eindimensional – entweder sind die Figuren hilflose Opfer oder rassistische Ausbeuter – und die Hoffnungslosigkeit teilweise erdrückend. Aber die Situation der Geflüchteten in der Realität gibt leider keinen Anlass zu einem Feel-Good-Movie. Wenn El jardin que soñamos dazu beiträgt, den gezeigten Problemen internationale Beachtung zu verschaffen, hätte der Film ein großes Ziel erreicht.


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Leerer Voyeurismus

Der brasilianische Regisseur Karim Aïnouz (u.a. Madame SatãMotel Destino) hat sich über die letzten Jahrzehnte einen guten Ruf auch weit über sein Heimatland hinaus erarbeitet. Ein Staraufgebot wie bei seinem neuesten Film Rosebush Pruning (Den Rosenbusch stutzen) durfte er aber noch nie dirigieren: Elle Fanning, Jamie Bell, Callum Turner (der als der nächste James Bond gehandelt wird) und Pamela Anderson spielen in der allerersten Liga englischsprachiger Darsteller*innen. Dass Aïnouz damit in den Wettbewerb der 76. Berlinale eingeladen wurde, ist angesichts dieser beeindruckenden Namensliste wenig überraschend.

© Felix Dickinson

Mit Brasilien hat sein Film, man ahnt es schon am englischen Titel, allerdings gar nichts mehr zu tun. Die bitterböse Satire um eine viel zu reiche US-amerikanische Familie, die nur noch ihr Geld für sich arbeiten lässt, ist stattdessen – warum auch immer – in Südspanien angesiedelt. Dort tun sich Abgründe auf: Der blinde Vater demütigt seine vier volljährigen Kinder durch vernichtend-abwertende Kommentare und die Zuweisung erniedrigender Aufgaben. Bis auf Mode und Musik scheint die verzogenen Gören kaum etwas zu interessieren, ansonsten widmen sie sich sexuellen Grenzüberschreitungen und gegenseitigen Ekelhaftigkeiten. Man wohnt in einer Luxusvilla auf einem Berggipfel, das die (angeblich von Wölfen zerfleischte) Mutter kurz vor ihrem Tod für ihre Liebsten ausgewählt hat. Der inzestuösen Einsamkeit droht aber empfindliche Störung, als der älteste Sohn Jack (er dürfte mindestens 30 sein) mit seiner Freundin in die Stadt ziehen will. Um diesen Plan zu verhindern, kommen die widerlichsten Eigenschaften zum Einsatz. 

Es wird schon sehr früh im Film klar, was uns Karim Aïnouz und sein Drehbuchautor Efthymis Filippou (u.a. The Lobster) sagen möchten: Zu viel Reichtum führt gepaart mit Langeweile zu Verkommenheit. Wem die Realität zur Bestätigung dieser These nicht ausreicht (der aktuell reichste Mensch der Welt ist nur die Spitze des Eisbergs), der findet zum Thema mittlerweile schon reichlich Vorlagen in der Popkultur. Unter anderem spielen die Serie Succession oder der Film Saltburn sehr ähnliche Szenarien durch, sodass manche mittlerweile von einem eigenen Genre sprechen (unter den Namen Eat the Rich oder Wealth Porn). Viel mehr als eine weitere inhaltsleere Zurschaustellung reicher Dekadenz hat Rosebush Pruning dem nicht hinzuzufügen. Dass die Story in den wortwörtlichen Abgrund führt, kann niemanden überraschen und selbst die Schockmomente sind erwartbar. Abgesehen vom voyeuristischen Spaß an der Selbstzerstörung schlechter, reicher Menschen, ein bisschen knalliger Musik und quietschbunten Farben bleibt fürs Publikum nicht viel übrig.  Rosebush Pruning sollte definitiv niemand ansehen, der keine drastischen Sex- und Gewaltszenen verträgt. Aber auch für alle anderen hätte es diesen Film trotz technisch guter Umsetzung nicht unbedingt gebraucht.


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Wein als Kunstform

Im Film Isabel von Gabe Klinger (Brasilien) ist Wein mehr als nur ein Getränk: Er wird zum Symbol für Träume, Identität und Erfolgserwartungen. Die Entwicklung der Protagonistin stellt das zeitgenössische Versprechen in Frage, dass die Umwandlung von Leidenschaft in ein Geschäft der sichere Weg zur persönlichen Erfüllung ist.

© Isabel Filme


Der Film spielt im Zentrum von São Paulo, zwischen Kneipen, U-Bahn-Stationen und Viadukten, und konzentriert sich auf die Mittelschicht von São Paulo und ihre kulturellen Ambitionen. Die Stadt erscheint nicht als Spektakel, sondern als alltäglicher Schauplatz für diejenigen, die inmitten des urbanen Wettbewerbs nach Anerkennung suchen.
Isabel arbeitet in einem Restaurant, in dem sie nicht einmal die Freiheit hat, Weine zu empfehlen. Dabei sind genau die ihre große Leidenschaft. Angesichts dieser Einschränkung beginnt sie, den Traum zu hegen, eine eigene Bar zu eröffnen. Die soll sich ausschließlich natürlichen Weinen widmen – einem Universum, in dem sie sich zu Hause fühlt und in dem sie auch zusammen mit ihrem Partner produziert.
Das Barprojekt, das auch „unvollkommene”, aber dennoch wertvolle Weine anbieten soll, ist nicht nur ein kommerzielles Unterfangen, sondern auch der Versuch, eine Identität zu behaupten. Die Verteidigung dieser unvollkommenen Weine spiegelt die Situation der Protagonistin wider, die sich in einem Umfeld fehl am Platz fühlt, in dem Erfolg Sicherheit, Charisma und Zielstrebigkeit zu erfordern scheint.
Isabel porträtiert die Nische der Liebhaber natürlicher Weine mit einer gewissen Ironie. Was zuvor unterschätzt wurde, wird zum Trend und zeigt, wie schnell alternative Praktiken vom Markt aufgenommen werden. In diesem Umfeld scheinen Isabels Kollegen sicher auf dem Weg zum Erfolg zu sein, während sie Herausforderungen oft mit Schweigen, Zögern und Angst vor dem Scheitern begegnet. Der Kontrast verdeutlicht den unsichtbaren Druck, unter dem die Protagonistin steht.
Obwohl der Film von einer vertrauten Prämisse ausgeht – einer Figur mittleren Alters, die beschließt, ihre Träume zu verwirklichen –, vermeidet Isabel einen triumphalen Verlauf. Der Film überrascht mit der Erkenntnis, dass Projekte nicht immer wie erwartet umgesetzt werden können. Mehr als der Erfolg selbst ist hier der Prozess der Entdeckung wichtig: zu verstehen, was man will, auch wenn das Ergebnis ungewiss bleibt.
In diesem Sinne erhält das Ideal des unvollkommenen Weins symbolische Kraft: Vielleicht geht es nicht darum, Exzellenz oder Anerkennung zu erreichen, sondern Entscheidungen zu unterstützen, die nicht ganz den Erwartungen des Marktes entsprechen.
Isabel will keine filmische Revolution, sondern findet seinen Wert darin, diskret die meritokratische Logik in Frage zu stellen, die persönliche Erfüllung mit sichtbarem Erfolg verbindet. Ohne große Wendungen setzt Regisseur Gabe Klinger bei der Erzählung auf Einfachheit und Beobachtung. Diese Zurückhaltung mag dramatische Erwartungen enttäuschen, verstärkt aber auch den Anreiz, über die Diskrepanz zwischen Traum und Realität nachzudenken. Das offene Ende bietet keine einfachen Lösungen, deutet aber an, dass das Erwachsenenleben aus ständigen Anpassungen besteht.


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Sehnsucht nach Buenos Aires

© Cinco Rayos

Buenos Aires: Eine Stadt, wo Menschen hingehen, um Künstler*in zu werden. Auch der neunjährige Milo, Protagonist des Coming-of-Age-Films El Tren Fluvial,  träumt vom Leben in der Metropole, wohnt aber mehr als 100 Kilometer entfernt im ländlichen Argentinien. Bei Kinderwettbewerben tanzt er den folklorischen Malambo mit großem Erfolg. Zu Hause ist sein Leben dagegen eintönig: Wenn Milo abends im Vorbeigehen ein paar Töne auf dem Klavier spielt, wird er von seinen emotional nicht verfügbaren, bis zur Böswilligkeit strengen Eltern ermahnt, damit aufzuhören. Das Klavier symbolisiert die Sehnsucht des Jungen nach Kunst und Musik und das Versagen dieses Wunsches durch seine Eltern. Schließlich entscheidet Milo sich, allein in die Großstadt zu fahren.

© Cinco Rayos

El Tren Fluvial wird von instrumentaler Musik, Landschaftsbildern und Aufnahmen der Großstadt Buenos Aires begleitet. Ein schlafender Mann am Bahnhof, ein Straßenverkäufer, die Läden und Restaurants, in denen andere essen, zeigen die Stadt aus der Sicht eines Neunjährigen. In Buenos Aires sucht sich Milo mit Neugier und Harmlosigkeit seinen eigenen Weg und lernt dabei einige einzigartige Persönlichkeiten kennen. Am Ende des Films schließt sich der Kreis. Trotzdem bleiben aber einige Punkte offen, was für die Zuschauer*innen nicht komplett zufriedenstellend ist.

© Cinco Rayos

Der Film hat einen langsamen, aber fesselnden Rhythmus. Es ist der erste Spielfilm der Regisseure Lucas A. Vignale und Lorenzo Ferro. Vignale ist als Regisseur von Musikvideos unter anderem für Bizarrap, Nathy Peluso und J Balvin bekannt. Dadurch erhalten die Tanz- und Musikszenen im Film eine besondere Note. Ferro ist als Sänger und Schauspieler bekannt, unter anderem durch die Filme Simon of the Mountain und Narcos: Mexiko. Zusammen mit dem Hauptdarsteller Milo Barria bilden sie ein gutes Team und machen den Film insgesamt sehenswert.


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True Crime auf der Säuglingsstation

„Mein größter Wunsch ist es, Mutter zu werden, eine Familie zu haben“. Diesen Zukunftstraum teilen in dieser oder ähnlicher Form womöglich Millionen junger Frauen auf der ganzen Welt. Auch bei Alejandra Marín aus Mexiko-Stadt, die diesen Satz in der mexikanischen Dokumentation Un hijo propio (Ein eigenes Kind) in die Kamera spricht, ist das nicht anders. Und die Voraussetzungen sind nicht schlecht: Sie ist bereits schwanger und frisch verheiratet, die Familie erwartet sehnsüchtig das Baby. Doch Alejandra verliert das Kind. Auch weitere Schwangerschaften enden in Fehlgeburten. Was danach passiert, machte Schlagzeilen in ganz Lateinamerika und bot genug Material für die Netflix-Dokumentation Un hijo propio.

© Luis Antonio Rojas / Netflix

Regisseur*innen aus Lateinamerika haben in den vergangenen Jahren mit kreativen und erfrischenden Ansätzen dem Format Dokumentarfilm neues Leben eingehaucht. Teil dieser Entwicklung war die Chilenin Maite Alberdi, die mit Die unendliche Erinnerung eine berührende Studie über Demenz produziert hat und dafür mit einer Oscar-Nominierung belohnt wurde. In Un hijo propio versucht sie sich nun mit üppigem Netflix-Budget im Rücken an der Aufarbeitung eines echten Kriminalfalls aus dem Jahr 2009. Dabei greift sie auf das Mittel der Doku-Fiktion zurück: Große Teile des Films sind mit Schauspieler*innen nachgedreht, was die Regisseurin auch von Beginn des Films an transparent macht. So folgen wir der Protagonistin auf dem Weg zu einer fatalen Entscheidung: Denn ihr Kinderwunsch und auch der Druck ihrer Familie sind so groß, dass Alejandra die Realitäten ausblendet und ihrem kompletten sozialen Umfeld eine Schwangerschaft vorspielt. Ihr Arbeitsplatz auf der Säuglingsstation eines Krankenhauses gibt ihr sowohl Zugang zu gefälschten medizinischen Bescheiden, als auch zu Frauen, die mit dem Gedanken spielen, ihr Kind zur Adoption freizugeben. Einer von ihnen möchte Alejandra das Kind abhandeln, um es dann als ihr eigenes auszugeben – was Un hijo propio unweigerlich zur Dokumentation ihres Weges in die Katastrophe im Stile eines Film Noir kippen lässt.

© Netflix

Maite Alberdi hat den Fall Alejandra Marín mit Empathie für die Protagonist*innen über 15 Jahre lang ausgewertet und dabei sowohl fiktionale Szenen im Stil einer Telenovela als auch echtes Archivmaterial sowie selbst gefilmte aktuelle Aufnahmen in ihren Film einfließen lassen. Dabei entsteht ein Porträt einer Frau, die für ihren Kinderwunsch bereit war, bis zum Äußersten zu gehen und den Preis dafür bezahlt hat.

© Netflix

Die Dokumentation ist in ihrem dramatisierenden Netflix-Stil unterhaltsam und es ist Alberdi anzurechnen, dass sie sich dennoch einer pauschalisierenden Wertung von Alejandra Marín entzieht. Was die sozialen Umstände, die zu den tragischen Ereignisse führten, angeht, bleibt Un hijo propio allerdings doch sehr an der Oberfläche. Der soziale Druck, unbedingt eigene Kinder zu bekommen, dem viele Frauen direkt oder indirekt ausgesetzt sind, wird nur ganz am Rande behandelt. Die extremen Handlungen, zu denen Alejandra sich hinreißen lässt, sind Resultat (oft männlich geprägter) Rollenerwartungen, in denen Kinderlosigkeit als Stigma angesehen wird. Für dezidierte Kritik daran ist in leider nur wenig Platz, Mutterglück erscheint in der Dokumentation als (einzig?) erstrebenswerte Variante weiblicher Lebensläufe.

So bleibt Un hijo propio ein handwerklich gut gemachter und bis zum Schluss interessanter Dokumentarfilm, der durch den (für Netflix-Produktionen nicht ungewöhnlichen) Verzicht auf eine tiefergehende kritische Diskussion aber auch eine große Chance verpasst.


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“Pra morrer basta estar vivo”

Nos anos 1970, em Contagem, Minas Gerais, Gilberto canta uma serenata para reconquistar Jacira. Meio século depois o casal segue junto, agora cercado por comprimidos diários, consultas médicas e uma vigilância constante sobre a própria saúde. O amor permanece, mas é atravessado pela consciência da finitude. “Se eu morrer, com quem você vai ficar?”, pergunta Jacira (Conceição Evaristo) a Gilberto (Norberto Novais Oliveira), já preocupada com sua fragilidade. Dias depois, ela adoece e precisa ser hospitalizada.

© Janine Moraes

Dirigido por André Novais Oliveira, Se eu fosse vivo… vivia constrói, em sua primeira metade, um retrato delicado da terceira idade. Com humor leve e economia de diálogos, o filme observa o cotidiano do casal: os pequenos gestos de cuidado, as rotinas compartilhadas e a intimidade de quem já viveu junto por décadas. A velhice aparece humanizada, não como mera decadência, mas como um momento de autonomia, liberdade e, também, humor.

Após cinquenta anos de vida comum, as trajetórias de Gilberto e Jacira parecem fundidas, quase indistinguíveis. E é justamente essa fusão que torna a ameaça da ausência devastadora. Quando Jacira é internada, o mundo de Gilberto começa a perder contornos. A narrativa então se desloca para o absurdo: situações estranhas, delírios e uma progressiva perda de orientação. O que poderia soar como ruptura estilística representa a materialização de um colapso interior. O nonsense funciona aqui como tradução da impossibilidade de aceitar a separação: uma espécie de dissolução do próprio eu diante da impossibilidade de contornar a morte.

© Janine Moraes

Se o casal existia como unidade, a hospitalização de Jacira impõe a Gilberto uma pergunta silenciosa: quem sou eu sem o outro? O absurdo surge, assim, como sintoma e talvez até como mecanismo de defesa. Ao distorcer a realidade, o filme parece sugerir que o delírio pode ser uma forma de adiar o luto, de suspender o momento em que a perda se tornará definitiva.

Apesar de certa dispersão na segunda metade, Se eu fosse vivo… vivia mantém seu eixo ao tratar do envelhecimento não como epílogo, mas como etapa intensamente atravessada pelo amor e pelo medo. Entre o humor e o absurdo, o filme recorda que a finitude é condição inevitável, e que, diante dela, a imaginação pode ser tanto fuga quanto resistência.


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Liebe von hier bis zu den Sternen

„Se eu fosse vivo… vivia“ beginnt in den 1970er Jahren in Contagem, einer kleinen Stadt im Südosten Brasiliens, mit einem verliebten Teenager-Paar: Gilberto und Jacira. Wir sehen sie in Disco-Atmosphäre mit Afro-Frisuren, wie sie zu den Funk-Rhythmen von James Brown tanzen, aber auch zur romantischen Melodie von As Dores do Mundo des legendären Hyldon, einem der Wegbereiter des brasilianischen Soul.

Fünfzig Jahre später sind Gilberto und Jacira ungeachtet der vergangenen Zeit immer noch zusammen. Wir sehen sie jetzt als älteres Paar in ihrem Alltag, voller Zärtlichkeit, Sturheit und Humor. Szenen, die den Zuschauer*innen ein schönes Erlebnis bescheren.

© Janine Moraes

Aber der Film ist auch ein Drama, das den Blick auf die Bedeutung der Paarliebe, den Lauf der Zeit und die Spuren, die sie hinterlässt, lenkt.

Die Kulisse, in der die Geschichte spielt, bieten die malerischen Straßen von Contagem, seine Architektur mit kleinen, bunten Häusern, Innenhöfen und vorderen Korridoren. Die Stadt hat eine starke klangliche und visuelle Präsenz. Das Haus der Protagonisten befindet sich in einem belebten, bürgerlichen Viertel und ist ein Ort, der Gerüche und Erinnerungen eines ganzen Lebens bewahrt.

Erwähnenswert ist, dass „Se eu fosse vivo… vivia“ auch Elemente der Science-Fiction aufgreift, die eine unerwartete Wendung bringen, sich aber sehr gut in die Haupthandlung der beiden Charaktere einfügen lassen. Gilberto ist ein Mann, der sich zu Geschichten über außerirdische Aktivitäten hingezogen fühlt, Zeitschriften liest und von der Idee fasziniert ist, Kontakt mit Wesen von einem anderen Planeten aufzunehmen. Dies ist das Ergebnis einer paranormalen Erfahrung, die er in seiner Jugend mit Jacira gemacht hat und die er nie vergessen konnte.

© Janine Moraes

Interessant an Se eu fosse vivo, vivia ist, dass der Film die Frage aufwirft, ob diese paranormale Aktivität mit der Liebe zwischen den Protagonisten zusammenhängen könnte. In diesem Sinne verwandelt die Geschichte sich in einen eher philosophischen Ansatz über die Beständigkeit der Liebe in der Zeit und wie besondere Menschen, die man bedingungslos lieben kann, auch „Wesen von einem anderen Planeten“ sein können.

Von einem Moment auf den anderen verwandeln sich die Lichter der Stadt für Gilberto in einen Sternenmantel, und die Glühwürmchen, Wesen, die seinen Weg weisen, helfen, physische und räumliche Barrieren zu überwinden. Dies scheint seine letzte Reise zu sein, bevor er sein Gedächtnis vollständig verliert und in einer anderen Dimension gefangen bleibt.Der Film wird ab Sonntag, dem 15., bis Samstag, dem 21. Februar, im Rahmen der Panorama-Auswahl der 76. Ausgabe der Berlinale in den Kinos gezeigt.


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Unheimlich, schön.

„Es gibt Dinge die wir (Menschen) wissen, die wir aber nicht wissen wollen“, sagen die Erwachsenen in Grace Passos Debütfilm Nossos Segredo  (Unser Geheimnis) immer wieder. Die brasilianische Regisseuri erzählt darin die Geschichte einer Familie, die nach dem Tod des Vaters in stiller Trauer lebt. Trotz ihrer Bemühungen, in das alltägliche Leben zurückzukehren, sehen sich die Familienmitglieder immer wieder mit diesem Verlust konfrontiert.

© entrefilms / Wilssa Esser

Während die Erwachsenen die Belastung schweigend mit sich tragen, zeigt sich das jüngste Kind der Familie am offensichtlichsten betroffen. Tutu fühlt sich nicht gut, ist krank und spricht mit einer scheinbar imaginären Freundin. Er thematisiert nicht nur offen den Verlust des Vaters, sondern auch das Schwarzsein und den Rassismus, dem die Familienmitglieder immer wieder begegnen. 

Die Anspannung, die der kleine Junge zu verstehen versucht, kommt durch die Musik deutlich zum Ausdruck, sodass dem Film etwas Unheimliches anhaftet. Angst vor schweren Gefühlen und die Überforderung mit dem Verlust, der sich nicht einfach vergessen lässt, werden durch Erinnerungen und surreale Elemente dargestellt. Unausgesprochene Emotionen, die in den Gesichtern der Protagonist*innen Raum greifen, verleihen vor allem den männlichen Charakteren eine tiefe Verletzlichkeit. Die Trauer wird durch verschiedene Bilder symbolisiert, etwa durch einen Lautsprecher, der sich immer wieder selbst einschaltet und unbeirrt Musik spielt. Das Haus und die Umwelt der Familie erhalten dadurch eine Transzendenz, die sich in den Dialogen mit Außenstehenden fortsetzt. Manche Figuren können mit überraschender Tiefe auf die Emotionen der Protagonist*innen Bezug nehmen, während anderen gänzlich der Zugang zu ihnen verwehrt bleibt.

© entrefilms / Wilssa Esser

Immer wieder taucht die schlammige Lehmerde auf, die zunächst von der Decke tropft, durch ihre rote Farbe an Blut erinnert und die emotionale Belastung offensichtlich werden lässt. Wer es gerade nicht einfach hat, steht im Brasilianischen sprichwörtlich mit dem Fuß im Lehm (pé na lama). Mit der ansteigenden Spannung ist der rote Lehm immer häufiger zu sehen bis die aufgestauten Emotionen sich schließlich Bahn brechen.

Tutu führt seinen ältesten Bruder irgendwann in den ersten Stock, den der Vater nie fertig renovieren konnte. Dort wird schließlich die ganze Familie mit der Absurdität und der Schwere ihres Verlusts konfrontiert. Eine dramatische Begegnung mit der bisher unsichtbaren Gesprächspartnerin des Jungen durchbricht die Spannung. Das Haus wird überschwemmt vom roten Schlamm und endlich eröffnet sich der nötige Raum, um sich einander zu öffnen und Gefühle zu teilen. Absurd und poetisch setzt sich der Film mit den Themen Tod und Familie auseinander und kreiert auf schlichte Art und Weise große Dramatik. Ein außerordentlich ästhetischer Film, der neben der emotionalen Thematik einen unaufgeregten Einblick in das tagtägliche Leben einer Schwarzen brasilianischen Familie bietet.


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Im Auge des Bösen

„Capitán, wie fühlt es sich an, von so weit oben herunterzufallen?“ Mindestens so unschuldig wie die Frage des jungen Unteroffiziers Hernández ist auch er selbst. Gerade frisch vom heimischen Bauernhof an der Akademie der Luftwaffe in Santiago angekommen, quillt dem etwas zu redseligen Kadetten der Idealismus aus allen Poren. Sein Ausbilder Jorge Silva, den er mit Fragen löchert, ist nicht nur einer der besten Fallschirmspringer des Landes, sondern auch ein veritabler Held, der einst mithalf, ein Attentat auf Chiles Präsidenten Salvador Allende zu verhindern. Es ist der Abend des 10. September 1973 und morgen soll eigentlich ruhig und geregelt der neue Ausbildungszyklus beginnen.

© Villano

Wie heute jede*r weiß, war am nächsten Tag nichts mehr in Ordnung in Chile. Das Militär putschte, auf den Präsident*innenpalast fielen Bomben und Sympathisant*innen der Regierung Allende wurden brutal gefoltert und ermordet. Doch auch innerhalb des Militärs selbst hatte es viele Unterstützer*innen Allendes gegeben. Deren Kampf zwischen Befehlstreue, Gewissensbissen und Widerstand zeigt Hangar Rojo, der Debütfilm des chilenischen Regisseurs Juan Pablo Sallato, in beklemmender und brillanter Form auf der Berlinale. Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten aus dem Buch Disparen a la Bandada (Schießt auf die Menge) des Journalisten Fernando Villagran, der ebenfalls kurz im Film vorkommt.

Capitán Jorge Silva (Nicolás Zárate) ist der Protagonist in Hangar Rojo und er hat seinen Job mit Bedacht gewählt: Als Ausbilder sieht er sich an der richtigen Stelle, um jungen Soldaten Unterstützung jenseits von brutaler Disziplin und autoritärer militärischer Ideologie zu bieten. Der Putsch trifft ihn und seine Vorgesetzten sichtlich unerwartet und konfrontiert ihn mit einem alten Feind: Oberst Jahn (Marcial Tagle, wohl nicht ganz zufällig mit Hitler-Haarschnitt) war am versuchten Attentat auf Allende beteiligt und wurde auf Hinweis von Silva des Landes verwiesen. Nun kehrt er als Verantwortlicher der Akademie zurück und baut sie zum „Hangar Rojo“ („Roter Hangar“) um, einem Folterzentrum für die Unterstützer der demokratisch gewählten Regierung. „Wie fühlt es sich an, von so weit oben herunterzufallen, Capitán?“ will auch er wissen, doch nun ist die Frage vergiftet und eine kaum verhohlene Drohung: Ich habe dich im Auge. Ein falscher Schritt und du sitzt sofort auf der anderen Seite im Hangar Rojo. Dennoch versucht Jahn auch, die unbestrittenen Qualitäten Silvas für die Zwecke der Putschisten zu nutzen und stellt ihn deshalb mit sadistischen Aufträgen auf die Probe.

© Villano

Wie Nicolás Zárate diesen Ritt auf der Rasierklinge zwischen notwendiger mimischer Beherrschung und dennoch sichtbarer Abneigung gegen die Generäle auf der Leinwand verkörpert, ist in jeder Sekunde des Films beeindruckend. Auch Sallatos Inszenierung in klaustrophobisch gefilmten Schwarz-Weiß-Bildern und das packende Drehbuch von Luis Emilio Guzmán stehen dem in Nichts nach. Obwohl Gewalt so gut wie nie explizit gezeigt wird, ist fast körperlich zu spüren, wie sich die Schlinge um die wenigen Soldaten, die sich dem Unrecht zu widersetzen versuchen, unabwendbar zuzieht. Gefangen zwischen militärischer Pflicht, dem eigenen Gewissen und der Loyalität zur Regierung Allende bedeutet jede autonome Entscheidung tödliche Gefahr für das eigene Leben und das der Familie. Hangar Rojo wird so zu einer Ermutigung zum Widerstand im Kleinen, durch Gesten, Blicke und manchmal sogar Taten – selbst wenn dies im Angesicht eines übermächtigen Gegners aussichtslos erscheint. Und setzt damit ein starkes politisches Zeichen auch über die Berlinale hinaus.

Freitag, 13. Februar, 15:30 Uhr, Bluemax Theater
Samstag, 14. Februar, 13:00 Uhr, Cubix 9
Sonntag, 15. Februar, 19:15 Uhr, Cubix 8
Montag, 16. Februar, 16:00 Uhr, Colosseum 1
Mittwoch, 18. Februar, 17:00 Uhr, Xenon Kino


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