
Buenos Aires: Eine Stadt, wo Menschen hingehen, um Künstler*in zu werden. Auch der neunjährige Milo, Protagonist des Coming-of-Age-Films El Tren Fluvial, träumt vom Leben in der Metropole, wohnt aber mehr als 100 Kilometer entfernt im ländlichen Argentinien. Bei Kinderwettbewerben tanzt er den folklorischen Malambo mit großem Erfolg. Zu Hause ist sein Leben dagegen eintönig: Wenn Milo abends im Vorbeigehen ein paar Töne auf dem Klavier spielt, wird er von seinen emotional nicht verfügbaren, bis zur Böswilligkeit strengen Eltern ermahnt, damit aufzuhören. Das Klavier symbolisiert die Sehnsucht des Jungen nach Kunst und Musik und das Versagen dieses Wunsches durch seine Eltern. Schließlich entscheidet Milo sich, allein in die Großstadt zu fahren.

El Tren Fluvial wird von instrumentaler Musik, Landschaftsbildern und Aufnahmen der Großstadt Buenos Aires begleitet. Ein schlafender Mann am Bahnhof, ein Straßenverkäufer, die Läden und Restaurants, in denen andere essen, zeigen die Stadt aus der Sicht eines Neunjährigen. In Buenos Aires sucht sich Milo mit Neugier und Harmlosigkeit seinen eigenen Weg und lernt dabei einige einzigartige Persönlichkeiten kennen. Am Ende des Films schließt sich der Kreis. Trotzdem bleiben aber einige Punkte offen, was für die Zuschauer*innen nicht komplett zufriedenstellend ist.

Der Film hat einen langsamen, aber fesselnden Rhythmus. Es ist der erste Spielfilm der Regisseure Lucas A. Vignale und Lorenzo Ferro. Vignale ist als Regisseur von Musikvideos unter anderem für Bizarrap, Nathy Peluso und J Balvin bekannt. Dadurch erhalten die Tanz- und Musikszenen im Film eine besondere Note. Ferro ist als Sänger und Schauspieler bekannt, unter anderem durch die Filme Simon of the Mountain und Narcos: Mexiko. Zusammen mit dem Hauptdarsteller Milo Barria bilden sie ein gutes Team und machen den Film insgesamt sehenswert.



