Redaktion

Die Redaktion der LN ist ein offenes Kollektiv von etwa 15 bis 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen. Mit unseren vielfältigen Lebenshintergründen, fundierten Landeskenntnissen und viel Spaß an der Arbeit produzieren wir zehnmal im Jahr eine lesenswerte Ausgabe. Dem Charakter eines offenen Kollektivs verdanken wir, dass sich die Redaktion stets erneuern und „jung” bleiben kann, ohne dabei das Wissen der Vorgänger*innen zu verlieren. Die Heterogenität der Redaktion garantiert die wichtige Meinungsvielfalt im Blatt und führt zu produktiven politischen Debatten. Darüber hinaus arbeitet ein Netz von Autor*innen, die in den Ländern Lateinamerikas vor Ort recherchieren, mit den Redakteur*innen in Berlin zusammen – ein Konzept, das seit über 40 Jahren aufgeht.

Redaktionssitzungen finden jeden Donnerstag um 19 Uhr in unseren Räumen im Mehringhof in Berlin-Kreuzberg statt (Gneisenaustraße 2a, Aufgang III, 5.Stock).

Wir freuen uns immer über neue Gesichter und deine Mitarbeit!

Seit über 40 Jahren berichten wir solidarisch, kritisch und unabhängig über aktuelle Entwicklungen und Hintergrundthemen aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft in Lateinamerika und der Karibik. Dazu haben wir 2011 zusätzlich zu unserer Monatszeitschrift den Verein Lateinamerika Nachrichten e.V. gegründet, um einen weiteren Beitrag zu einer offenen und kritischen Auseinandersetzung mit unseren Themen zu leisten.

Mit politischen Veranstaltungen wollen wir nicht nur informieren, sondern bestimmte Themen auch öffentlich diskutieren und dabei weitere Stimmen zu Wort kommen lassen. Außerdem wollen wir durch politische und kulturelle Bildungsarbeit wichtige Themen wie Frieden, Gerechtigkeit und die Einhaltung der Menschenrechte tiefgründiger behandeln, als es das journalistische Format zulässt. Diese Themen werden für ein breites Publikum aufbereitet und partizipativ diskutiert.

Als eine direkte Verbindung zwischen der Monatszeitschrift und dem Verein bieten wir zu unseren jeweiligen umfangreichen, drei bis vier Mal im Jahr erscheinenden Dossiers Veranstaltungen an. Der Verein ist noch sehr jung und deshalb nicht in eingefahrenen Strukturen verhaftet. Wir sind offen für neue Themen, Aktionsvorschläge und Engagement von neuen Mitgliedern.

Wir freuen uns immer über Leute, die Lust haben, sich bei und für uns zu engagieren! Der Verein und die Redaktion der Lateinamerika Nachrichten arbeiten ehrenamtlich. Entscheidungen werden kollektiv getroffen und es gibt keine festgelegten Verantwortungsbereiche. So können sich neue Mitarbeiter*innen leicht integrieren.

Auch unsere Autor*innen und Fotograf*innen arbeiten unentgeltlich. Die meisten von ihnen leben und arbeiten in Lateinamerika. Wir sind bemüht, unterschiedliche Menschen und Sichtweisen zu Wort kommen zu lassen. Deshalb freuen wir uns über Artikelangebote, Themenvorschläge oder Ideen für Veranstaltungen, gerne auch in Kooperation mit anderen Gruppen oder Vereinen.

Die gemeinsame Geschichte der Monatszeitschrift Lateinamerika Nachrichten (LN) und des Forschungs– und Dokumentationszentrums Chile-Lateinamerika e.V. (FDCL) begann 1973. Das politische Projekt des Regierungsbündnisses der Unidad Popular in Chile wurde damals auch in Deutschland interessiert beobachtet. Die Auseinandersetzung mit der demokratisch gewählten Regierung Salvador Allendes und ihrem blutigen Ende durch den Militärputsch vom 11. September 1973 führte zur Entstehung einer breiten Solidaritätsbewegung.

Die LN entstanden im Sommer 1973, wenige Wochen vor dem Putsch von Augusto Pinochet. Damals noch unter dem Titel Chile-Nachrichten diente die Zeitschrift all denen als Informations– und Kommunikationsmittel, die sich politisch für Chile interessierten und engagierten. Um die Flut von eingehenden Informationsmaterialien zu archivieren, wurde im Herbst 1974 aus dem Umfeld des damaligen Chile-Komitees der Verein FDCL gegründet: Seit ihrer Gründung sind LN und FDCL ideell, personell und räumlich eng miteinander verknüpft.

Die enorme Nachfrage nach Informationen über die politischen Entwicklungen in ganz Lateinamerika und der Karibik führte zu einem immer größeren Themenspektrum in den Chile-Nachrichten und schließlich im Sommer 1977 zur Umbenennung in Lateinamerika Nachrichten. In diesen ersten Jahren erreichte die Zeitschrift eine monatliche Auflage von bis zu 8.000 Exemplaren. Das FDCL mit seinem Archiv wiederum wuchs rasch zu einem der wichtigsten Projekte der bundesdeutschen Lateinamerika-Solidaritätsbewegung an. In den 1970er und 80er Jahren haben LN und FDCL zu brisanten Themen Sonderausgaben und Buchprojekte herausgegeben, so zu „Fußball und Folter – Argentinien WM ‘78“ oder zu den Atomgeschäften der BRD mit Brasilien und Argentinien. Die Veranstaltungsreihen, wie die zwischen 1980 und 1991 organisierten Lateinamerika-Tage oder die Gegenkampagne zu den 500-Jahr-Feiern im „Kolumbus-Jahr“ 1992, waren Publikumsmagneten weit über Berlin hinaus. Zentraler Bezugspunkt der Aktivitäten von LN und FDCL war in den ersten Jahren der Kampf gegen die lateinamerikanischen Militärdiktaturen. Die revolutionären Bewegungen in Mittelamerika oder der Ausbruch der Verschuldungskrise in Lateinamerika wurden dann ebenfalls zu wichtigen Momenten der Auseinandersetzung.

In den neunziger Jahren kamen zahlreiche neue Themensetzungen und Debatten hinzu: von der zapatistischen Diskursguerilla im mexikanischen Chiapas über die Landlosenbewegung in Brasilien bis hin zu neuen Basisprojekten in Venezuela und besetzten Fabriken in Argentinien. Vom Plan Colombia in Kolumbien bis zu sozialen Konflikten um natürliche Ressourcen und dem neoliberalen Vormarsch auf dem gesamten Kontinent. Und noch etwas hat sich geändert: Neben politischen und wirtschaftlichen Themen, nehmen wir auch das kulturelle Lateinamerika verstärkt in den Blick: Literatur, Film, Musik, das sind feste Bestandteile sowohl der LN-Berichterstattung als auch der FDCL-Veranstaltungen geworden.
LN und FDCL haben sich auch in einem Umfeld, das es selbstverwalteten, wenig finanzstarken Projekten nicht gerade leicht macht, bis heute behauptet: Die LN erreichen mit ihrer kritischen Berichterstattung zu Lateinamerika zahlreiche Abonnent*innen in der ganzen Welt. Das FDCL mit seiner Bildungs-, Öffentlichkeits– und Lobbyarbeit und dem umfangreichen Archiv gilt als wichtiger Akteur in der lateinamerikabezogenen, solidaritätsbewegten und entwicklungspolitischen Szene.

Da die Bedingungen von Ungerechtigkeit, Menschenrechtsverletzungen und Repression, die zur Gründung der LN und des FDCL führten, noch immer gelten, sehen wir uns auch weiter gefordert: Auch heute schließt das herrschende Wirtschaftsmodell einen großen Teil der Bevölkerung von Wohlstand sowie gesellschaftlicher und kultureller Teilhabe aus. Selbst unter demokratisch gewählten Regierungen gehören Menschenrechtsverletzungen zum Alltag.

Aber gestern wie heute engagieren sich viele Menschen für eine Änderung dieser Bedingungen. Die Abwahl vieler neoliberaler Regierungen seit der Jahrtausendwende hat den politischen Spielraum für Regierungen und soziale Bewegungen erweitert. LN und FDCL verfolgen mit ihrer Arbeit das Ziel, hier wie dort die bestehenden Strukturen zu analysieren und zu kritisieren. Wir wollen den Kampf für eine andere Welt mitgestalten und Forum sein für kritische Stimmen aus Lateinamerika und der Karibik, denen sonst nicht genügend Raum in der Öffentlichkeit gegeben ist.