Sophia Boddenberg: Revolution der Frauen

Sophia Boddenberg lebt seit 2014 in Südamerika und berichtet von dort für verschiedene Medien, auch für die LN. Nach Revolte in Chile (siehe LN 559) ist Revolution der Frauen ihr zweites Buch. Es ist eine Sammlung von Eindrücken, Gesprächen und Geschichten feministischer Bewegungen, die Boddenberg in zehn Jahren kennengelernt hat. Sie beleuchtet ausführlich die Kämpfe gegen sexualisierte Gewalt und Feminizide unter dem Stichwort Ni Una Menos (Nicht eine weniger) und erzählt vom Kampf für das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche, der sich von Argentinien aus mit seinen grünen Tüchern auf ganz Lateinamerika ausgeweitet hat. Indigenen und antirassistischen feministischen Kämpfen sind ebenso eigene Kapitel gewidmet wie der Verknüpfung von Umweltaktivismus und Feminismus.
Mit viel Augenmerk auf den regionalen und historischen Kontext zeigt die Autorin immer wieder auf, dass das Patriarchat nur verstanden und bekämpft werden kann, wenn auch Kolonialismus und Kapitalismus angegangen werden. Sie erzählt sehr persönlich von Begegnungen mit lateinamerikanischen Feminismen und ihren Praxen. Immer wieder kommen Aktivist*innen selbst zu Wort, was das Buch leicht lesbar macht. Zugleich gelingen der Autorin hier und da kurze Exkurse zu feministischen und dekolonialen Theoretikerinnen Lateinamerikas.
Hochaktuell ist ihr Blick auf einen „Feminismus gegen Rechts“. Wer wissen will, was wir dabei noch von lateinamerikanischen Feminist*innen lernen können, sollte das Buch unbedingt lesen.
Text entnommen aus der entsprechenden Rezensiondes Buches erschien in LN 621.
Sophia Boddenberg // Revolution der Frauen: Von Feministinnen aus Lateinamerika lernen // mandelbaum Verlag // 2025 // 156 Seiten
