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Die Suche nach Glück in einer „Scheißzeit“

Vor einem Jahr lief der Film Un día de suerte ím Original auf der Berlinale und ist jetzt in synchronisierter Fassung in den Kinos angelaufen. Sandra Gugliottas Film ist das skizzenhafte Porträt einer jungen Generation in Argentinien, die nichts anderes kennt, als sich irgendwie durchzulavieren. „Was für eine Scheißzeit“, meint in einer Szene Walter, ein sympathischer Kleindealer, der zwar in die quirlige Elsa verliebt ist, aber keine Ahnung hat, wie er sie halten soll. Denn Elsa zieht es mit aller Macht nach Italien. Dort lebt Cándido, in den sie sich nach einem stürmischen One-Night-Stand in Buenos Aires unsterblich verliebt hat.
Dokumentarische Aufnahmen von cacerolazos (Kochtopfkonzerte) und Straßen voller brennender Autoreifen flackern von der ersten Minute an über die Leinwand. Der politische Hintergrund Argentiniens ist in dem Film ständig spürbar, auch wenn Elsa und ihre Freunde und Freundinnen nicht gerade die ProtagonistInnen des Protests sind. Sie nehmen die gesellschaftlichen Veränderungen eher am Rande wahr, während Elsas Opa, der ursprünglich aus Italien eingewandert war, aktiv an den Demonstrationen teilnimmt.

(siehe LN 332, Februar 2002)
Un día de suerte; Regie: Sandra Gugliotta; Argentinien 2001

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