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Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Stellungnahme von Radio Venceremos, offizielle Stimme der FMLN zum Golfkrieg vom 24. Januar
Die Aggression der US-Regierung gegen das irakische Volk ist eine Beleidigung der Völker der Welt. Wir können die kriegstreiberische Haltung der USA nicht billigen, weil wir, die verarmten Völker, besser als andere die klaffenden Wunden kennen, die uns die habgierige Politik der USA zufügt.
Obwohl die Vereinten Nationen im Verhandlungsprozeß zwischen FMLN und dem Cristiani-Regime als Vermittlerin fungiert, können wir doch nicht umhin, die Entscheidung der UNO zu kritisieren, den Krieg am Persischen Golf uneingeschränkt zu unterstützen. Eine Organisation, die gegründet wurde um Kriege zu verhindern, hat dieses Mal einer wahrhaft wilden Aggression ihre moralische Rückendeckung gewährt. Den Vereinten Nationen entgleitet ihr Einfluß auf die Entwicklung der Feindseligkeiten immer mehr; sie sind heute nicht mehr in der Lage einen Waffenstillstand für die Gewalt, die sie guthieß, herbeizuführen.
Weil wir den Krieg kennen und unter dem permanenten Risiko leben, unser Leben zu verlieren, lehnen wir die Infamie jener Regierungen mit allem Nachdruck ab, die unsere Völker als einfache Figuren auf ihrem unseligen Schachbrett ansieht. Wir alle haben die Pflicht, auf die Stärkung von Verhandlungslösungen zu drängen, um ein für alle Mal die Gefahren des Militarismus zu bannen.
In ähnlicher Weise äußerten sich eine Vielzahl von Organisationen von E1 Salvador. Nach der Entscheidung der salvadorianischen Regierung, die US- Truppen mit Nahrungsmitteln zu unterstützen, demonstrierten etwa 500 Bauern vor der US-Botschaft. Sie empörten sich gegen diese Entscheidung, weil unzählige Menschen in E1 Salvador an Unterernährung leiden. Marco Tulio Lima, Repräsentant des Gewerkschaftsdachverbands UNTS, rief Cristiani dazu auf, Abstand von jeder Hilfe für diesen Krieg zu nehmen. Jede Unterstützung der USA sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, betonte Tulio Lirna. In einer anderen Demonstration vor der US-Botschaft protestierten StudentInnen, KünstlerInnen und Intellektuelle gegen die Angriffe auf das irakische Volk. In ähnlicher Weise äußerten sich die BewohnerInnen der Rücksiedlungsstadt “Segundo Montes”, der Gewerkschaftsverband FEASIES und die Indigenen- Organisation ANIS. ANIS kündigte an, daß sie gemeinsam mit befreundeten lateinamerikanischen und europäischen Organisationen für den Frieden am Golf beten werden und “jene verurteilen, die aus Habgier und wegen des schwarzen Goldes die Menschheit und die Erde zu zerstören versuchen.”

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