Musik | Nummer 343 - Januar 2003

Revolutionslieder aus dem lakandonischen Urwald

Jacinto singt auf der CD „Pa’ Milano“ zu Gitarre und Mundharmonika.

Auf einer neuen Benefiz-CD aus Mexiko sind Lieder aus der Revolutionszeit von Zapata und Pancho Villa zu hören. Aufgenommen wurde die Musik im Februar 2002 im lakandonischen Urwald in einer autonomen zapatistischen Gemeinde.

Harry Thomaß

Im Hintergrund hört man die Grillen zirpen. Das Publikum meldet sich auch zu Wort und als die mexikansiche Revolutionshymne „Mi General Zapata“ angestimmt wird, singen alle mit. Corridos werden die traditionellen Lieder aus der Revolutionszeit von 1910 -1920 genannt. Sie handeln von General Zapata und Pancho Villa. Heute gesellt sich noch Che Guevara in die Reihe der Revolutionshelden.
In einer Musiksession bei Grillenzirpen und Kerzenschein wurde diese CD im lakandonischen Urwald ohne viel technischen Aufwand aufgenommen. Man kann sich sehr gut aus dem Winter hier nach Mexiko in ein Urwaldhaus träumen, da knistert etwas, es könnte ein Feuer sein. Eine Volksmusik im Vierviertel Takt manchmal auch ein Walzerrhythmus. Der aufwachende Wald und die allmorgendlichen Stimmen der Vögel werden besungen. Die Stimmung des kleinen Konzertes ist erhalten geblieben. Der Musiker Jacinto kommt aus einer autonomen zapatistischen Gemeinde. Er singt hier 18 Corridos, dabei so berühmte Lieder wie „Hasta Siempre Comandante“ aufgenommen im Februar 2002. Natürlich ist es keine Studioqualität. Aber es ist eine Solidaritäts-CD und alle Gewinne fließen an den autonomen Landkreis, in dem die Gemeinde des Musikers lebt.
Harry Thomaß

Jazinto Pa’ Miliano, Corridos de Emiliano Zapata y otros como el,
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