Argentinien | Nummer 349/350 - Juli/August 2003

Angst vor Europas Finanzspritze

Interview mit Francisco Pérez, Vorsitzender des Verbandes indigener Gemeinschaften Lhaka Honhat

Francisco Pérez gehört zur indigenen Gruppe der Wichi. Er wuchs im argentinischen Chaco auf. Als Don Francisco in den 50er Jahren die Schule besuchen wollte, wurde ihm dies verwehrt. Als Indigener war es ihm verboten eine staatliche Schule zu besuchen. Francisco Pérez hatte aber Glück und bekam Privatunterricht. In der Anglikanischen Misión Chaqueña machte er eine Ausbildung zum Grundschullehrer. Später arbeitete er als Landwirtschaftsberater und leitete Projekte der Anglikanischen Kirche in der Region des Pilcomayo-Flusses.
Mit 35 Jahren wechselte der Wichi in die lokale Politik. Er arbeitete viele Jahre im Concejo Municipal, eine Art Kreistag, in Santa Victoria. Seit 1990 gehört der heute 55-Jährige den „Justicialistas“ an, der peronistischen Partei. Pérez setzte sich immer für die Rechte der indigenen Bevölkerung Argentiniens ein. Um das vom Staat versprochene Land für die Indígenas zu sichern, gründete er ein Jahr später die Vereinigung Lhaka Honhat (Unser Land). 35 indigene Gemeinschaften der Wichi, Choroto, Toba und Chulupi haben diese Vereinigung gegründet, um ihr Land und die Natur zu schützen. Denn obwohl Argentinien seit 1966 zahlreiche Gesetze und Dekrete erlassen hat, erkennen bis heute weder die nationale noch die Provinzregierung von Salta die Landrechte der rund 6500 dort lebenden Indígenas an.

Stephanie Zeiler
Herr Pérez, an was denken Sie bei dem Wort Glück? Da ist kein Glück. Alles ist vielmehr von Angst

Das Lesen des Beitrages ist für einen Monat den Abonnent*innen vorbehalten. Hier anmelden

Möchtest Du weiterlesen?
Teste die LN!

  • kritische Berichterstattung aus und über Lateinamerika
  • eine 100% unabhängige Zeitschrift
  • produziert von einem ehrenamtlichen Kollektiv

Digitalabo-Probeangebot

10€ für 3 Monate

danach ab 29,50€ im Jahr

Jetzt bestellen

Hola!

Wenn Dir gefällt, was du hier liest, dann unterstütze unsere ehrenamtliche Redaktion doch mit einem Abo! Das gibt's schon ab 29,50 Euro im Jahr. Oder lass uns eine Spende da! Egal ob einmalig 5 Euro oder eine monatliche Dauerspende – alles hilft, die LN weiter zu erhalten, Gracias ❤️

Ähnliche Themen

Newsletter abonnieren