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Honduranische “Rambos” entscheiden den Golfkonflikt

Die Regierung von Honduras hat den Tyrannen des Irak, General Saddam Hussein, Schach gesetzt. Ende vorigen Monats hat sie eine Spezialeinheit – bereit zum Kampf! – zum potentiellen Kriegsschau­platz am Persischen Golf geschickt. Und höchstwahrscheinlich wird dies die Zukunft des Konfliktes entscheiden, bei dem die Super­mächte auf die irakische Armee treffen.
Nach Informationen aus dem Präsidentenpalast handelt es sich um ein honduranisches Kontingent von 750 Soldaten, ausgerüstet mit modernen Waffen und sicherlich trainiert für den Kampf in der Wüste gegen einen hochgerüsteten Feind, der über ein gewaltiges Arsenal an tödlichen chemischen und biologischen Waffen verfügt.
Wahrscheinlich wurden diese honduranischen “Rambos” – insgeheim – in den heißen und öden Regionen unseres Landes trainiert, um sie an die extreme Hitze der Wüste zu gewöhnen; und in den abscheulich stinkenden Kloaken des Chiquito-Flusses und des Sapo-Baches in der Hauptstadt, um sie gegen chemische und biologische Gifte resistent zu machen.
Der Sprecher des Präsidenten, Herr Gilberto Goldstein, klärt uns auf über die ökonomische Potenz des honduranischen Staates ein derart kostspieliges Unternehmen durchzuführen. Unsere heldenhaften Soldaten, Meister der Kriegskunst und -Wissenschaft, “schicken wir mit unseren eigenen Mitteln, denn wir sind dazu und noch zu vielem mehr in der Lage”.
In Lateinamerika haben nur zwei Länder ihre Armeen verpflichtet gegen Hussein von Irak zu kämpfen und die Welt zu retten vor dieser Bestie, die sich von wehrlosen Kindern und westlichen Geiseln (er-)nährt: Argentinien und Honduras. Allerdings hat Argentinien eine Vereinbarung mit der kuwaitischen Exilregierung geschlossen, daß diese die Kosten der Reise übernimmt und für Kost und Logie im Lande aufkommt.
Außerdem hat Argentinien seine Soldaten unter den kriegserfahrendsten Kämpfern des sogenannten Malwinen- (oder Falk­land-)Krieges ausgewählt, wo sie die von den USA unterstützte englische Kolonialarmee ins Gras (Verzeihung!, ins Eis natürlich) beißen ließen. Von einem Extrem geht’s für sie zum anderen: vom eisigen Südpol ziehen sie in die glühende östliche Wüste.
Es gibt gar keinen Zweifel: Die Honduraner sind anders, und die Regierung von Honduras veranschaulicht das sehr deutlich vor dem Gewissen der Welt. Als Präsident Bush aus den USA sein Projekt für die Schaffung einer Freihandelszone in ganz Hispanoamerika vorschlug, war Präsident Callejas der Erste – und der Einzige – ,der sofort per Kabel antwortete – und der Idee vollkommen zu­stimmte.
Die Anderen schwiegen boshaft, ängstlich und starrköpfig. Sie lobten die “Idee”, kündeten aber nur an sie zu untersuchen und genauer zu studieren, wenn diese jene Idee eine konkretere Fassung annähme, etwa die eines Planes. Hier in Honduras zögert man nicht derart; entweder wir sind dabei, oder wir sind es nicht. Aber nur für gewisse Initiativen, wenn sie von oben kommen…

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