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José Donoso ist tot

Der chilenische Schriftsteller José Donoso starb am 7. Dezember in Santiago.
Donoso, Jahrgang 1924, trat vor allem durch seine Romane hervor. Bereits Coronación (Krönung, 1957) wurde begeistert aufgenommen. Es folgten El lugar sin límites (Ort ohne Grenzen, 1967), El obsceno pájaro de la noche (Der obszöne Vogel der Nacht, 1970), Casa de campo (Das Landhaus, 1978) und Deseperanza (Die To­teninsel, 1986) – Bücher, die ihm den Ruf als einer der bedeutendsten Schriftsteller Lateinamerikas si­cherten.
Insbesondere Casa de campo und Desesperanza sind Bücher mit deutlichen Anklängen an Chile und seine jüngste Geschichte, und dennoch kann man Donoso wohl als Weltbürger par excellence bezeichnen. So schrieb der Anglist seine ersten Er­zählungen auf Englisch und veröffentlichte sie 1950 als Stipendiat in Princeton. Später lebte er in Argentinien, Me­xiko, den USA und schließlich lange in Spanien, bis er 1981 nach Chile zu­rück­kehrte. Das Werk Donosos ist in viele, auch außer­europäische Spra­chen übersetzt. Für die kom­men­den Jahre ist mit einigen weiteren, bis jetzt noch nicht auf Deutsch erschienenen Büchern zu rech­nen, so mit Donde van a morir los elefantes (Wo die Elefanten ster­ben, 1995) und den Memoiren Conjeturas sobre la memoria de mi tribu (Ver­mutungen über das Ge­dächtnis meines Stammes, 1996). In El Mocho, das in den nächsten Monaten auf Spanisch erscheinen soll, geht es um “Verschwundene” während der Pi­nochet-Diktatur.
Für das Februar-Heft der LN ist ein ausführli­cher Beitrag über José Donoso vorgesehen.

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