Podcast

 

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Folge #14: Tourismus in Kuba: Wie verändert er die Gesellschaft?

Jedes Jahr reisen Millionen Menschen aus aller Welt nach Kuba. Sie bringen dringend benötigte Devisen ins Land – eine zentrale Einkommensquelle für die rund 10 Millionen Kubaner*innen und den Staat der Karibikinsel. Aber was bedeutet diese massive touristische Präsenz für die kubanische Bevölkerung? Wer profitiert und wer bleibt auf der Strecke? Um diese Fragen besser zu verstehen, haben wir mit dem Politikwissenschaftler Bert Hoffmann, den Journalist*innen Cynthia de la Cantera Toranzo und Marcel Kunzmann Toranzo sowie der Studentin Dayma Noa gesprochen. Viel Spaß mit der neuen Folge von „Ohren auf Lateinamerika“!

 

Folge #13: Warum hat es die Linke in Panama so schwer?

Viele Menschen verbinden Panama hauptsächlich mit dem Panama-Kanal, wie sich derzeit auch wieder an den Äußerungen von Donald Trump zeigt. Das Land ist politisch jedoch sehr interessant und lohnt eine nähere Beschäftigung. Wir ergründen, warum progressive Kräfte es dort so schwer haben. Dabei stellen wir fest, dass die Probleme der politischen Linken in Panama möglicherweise nur eine besonders extreme Kombination von Problemen sind, die die Linke überall in Lateinamerika, ja weltweit, plagen.

 

Folge #12: Ecuador: Militarisierung als Antwort auf die Gewalt?

In dieser Folge schauen wir uns den Anstieg der Gewalt in Ecuador und die Situation der betroffenen Bevölkerung genauer an. Um die Ursachen besser zu verstehen, haben wir mit Juana Francis gesprochen, eine afro-ecuadorianische Menschenrechtsaktivistin aus der Küstenprovinz Esmeraldas. Mit ihr und der Politikwissenschaftlerin Isabel Díaz haben wir uns auch darüber unterhalten, was dem Land aus der Krise helfen könnte.

 

 

Folge #11: Widerstand unter den Palmen: Guatemalas Palmölindustrie unter der Lupe

Palmöl steckt in etwa der Hälfte aller Produkte, die wir in deutschen Supermärkten finden. Ein Großteil dieses Palmöls stammt aus Guatemala – 2023 importierten deutsche Unternehmen von dort mehr Palmöl als aus jedem anderen Land. Die Produkte tragen häufig ein Siegel, das die nachhaltige Produktion des Palmöls kennzeichnet. Doch wie nachhaltig ist das Palmöl aus Guatemala wirklich? Wir folgen der Spur des bekanntesten Nachhaltigkeitssiegels des Runden Tisch für Nachhaltiges Palmöl (RSPO). Dafür sprechen wir mit Lourdes Gomez, Aktivistin des Volkes Maya Kekchí aus Guatemala und mit Dominik Groß, Referent bei der Menschenrechtsorganisation Romero Initiative aus Münster.

 

 

 

Folge #10: Kolumbien, Chile und Europa: Mit grünem Wasserstoff gegen Klimawandel?

Grüner Wasserstoff soll der Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel sein. Die Europäische Union und Deutschland investieren derzeit weltweit Millionen von Euro in die Entwicklung von diesem Energieträger, auch innerhalb Lateinamerikas.

Kolumbien und Chile arbeiten bereits an konkreten Projekten, um bald massiv produzieren zu können. Damit sollen einerseits die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und Lateinamerika gestärkt und andererseits mit grüner Energie ein Beitrag zu Klimaneutralität geleistet werden.

Doch bedeutet “grün” auch gleichzeitig “gerecht”? Und wie “grün” sind die Projekte wirklich? Darüber sprechen wir mit zwei Expertinnen: Sophia Boddenberg ist freie Journalistin, lebt seit 2014 in Chile, arbeitet zu Umweltthemen, Rohstoffabbau und Wirtschaftsbeziehungen zwischen dem Globalen Norden und Globalen Süden. Kristina Dietz ist Professorin der Uni Kassel für Internationale Beziehungen mit Schwerpunkt Lateinamerika, Teil einer Forschungsgruppe zu Landkonflikten in Lateinamerika und Subsahara-Afrika.

 

 

Folge #9: Kohleabbau in Kolumbien: Welche Verantwortung trägt Deutschland?

 

 

#9: En español: Explotación de carbón en Colombia: Qué responsabilidad tiene Alemania?

 

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Folge #8: Gefängnisse in Ecuador: Gewalt wird zum Alltag

 

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Folge #7: Honduras – Zwischen Hoffnung und Korruption

 

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Folge #6: Der negierte Krieg in Kolumbien – Die Geschichte von Stella Castañeda

 

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Folge #5

 

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Folge #4

 

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Folge #3

 

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Folge #2

 

 

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Folge #1

 

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Wir starten unsere LN-Abokampagne!

Seit über 50 Jahren setzen wir unsere Energie dafür ein, unterrepräsentierte Narrative und Perspektiven aus Lateinamerika im deutschsprachigen Raum sichtbar zu machen – Perspektiven, die für die großen Medien oft unbequem sind oder hintenrunter fallen. Seit 1973 berichten wir über die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge zwischen Deutschland, EU und Lateinamerika, die Auswirkungen neoliberaler und extraktivistischer Entwicklungsmodelle auf die Menschen in Lateinamerika, ebenso wie die Kämpfe sozialer Bewegungen, Indigener Gemeinden, feministischer und queerer Organisationen, von denen wir oft viel lernen können, und viel mehr. 

Auf Grundlage dieser jahrzehntelangen Arbeit haben wir ein Netzwerk mit Hunderten unabhängigen (oft ehrenamtlichen) Journalist*innen aufgebaut, das Brücken zwischen Lateinamerika und Europa schlägt – für internationale Solidarität und den Austausch von Erfahrungen zwischen unseren Regionen. Diese Perspektiven wollen wir auch weiterhin und am liebsten immer mehr in Medien repräsentiert sehen, um die der einseitigen und katastrophistischen Erzählung über „den Globalen Süden“ etwas entgegensetzen. Deshalb wollen wir weiter wachsen und dich mitnehmen auf diesem Weg.

Journalismus scheint überall in der Krise zu stecken und wir geben zu – auch für uns sind es keine leichten Zeiten. Steigende Kosten betreffen auch die LN: Wir steuern auf ein Minus Ende des Jahres zu. Dabei ist unsere Arbeit wichtiger denn je: Gegen rechte Regierungen, autoritäre Angriffe auf Medien und einseitige Berichterstattung braucht es unabhängige Stimmen, die andere Geschichten erzählen.

Wir sind davon überzeugt, dass unabhängiger, unbequemer Journalismus wichtiger den je ist. Überall dort, wo autoritäre Regime an die Macht kommen, greifen sie in erster Linie unabhängige Medien an. Denn diese stören: Sie recherchieren, prangern an, decken Korruption und Menschenrechtsverletzungen auf. Um gut informiert und vernetzt zu beleiben, und als Individuen und Bewegungen voneinander lernen zu können, brauchen wir Zugang zu jenen anderen Geschichten: Geschichten wie die über eine Gruppe, die im ländlichen Peru ein antikoloniales Kulturzentrum aufbaut, Perspektiven von Feminist*innen wie Yuderkys Espinosa oder Rita Segato, Reportagen über Indigene Revolutionen wie die der Guna in Panama, erfolgreiche Kämpfe gegen Umweltzerstörung wie im Yasuní und gegen rechte Regierungen wie 2021 in Kolumbien oder über die kulturelle Vielfalt in Literatur, Musik und Film, die wir durch Rezensionen und Interviews begleiten.

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Lyrik aus Lateinamerika

Illustration: Victoria Rodriguez

Cuando saluda la muerte

Cuando saluda la muerte
Dedicado a quienes mueren, defendiendo los Derechos de la Madre Tierra

Arraigada la lucha, como palpitar comunitario…
la muerte viene, se lleva a varios
quedamos fríos, sorprendidos.
Pero no en silencio.
No sumisos.

La muerte viene, bate las alas…
¡Es un ángel!
Pensemos bonito, despidamos el cuerpo
porque el tejido de vida sigue
se queda…
¡perdura!

Se vuelve agua, lluvia
colores, armonía.

No alcanza a llevarse la muerte… La voz.
ella retumba en las calles: delante de quien marcha
Atrás, a los lados va
¡Canta!

Nunca podrá morir, quien nos deja el corazón…
Queda la palabra recorrida
el amor por la vida
un sol

Wenn der Tod grüßt
Denen gewidmet, die im Kampf für die Rechte von Mutter Erde sterben

Verwurzelt der Kampf, wie ein gemeinsamer Herzschlag…
der Tod kommt, nimmt viele mit
und lässt uns zurück, kalt, überrascht.
Doch nicht stumm.
Nicht unterwürfig.

Der Tod kommt, schlägt mit den Flügeln…
Es ist ein Engel!
Lasst uns in Schönheit denken, den Körper verabschieden
Denn das Gewebe des Lebens besteht fort
es bleibt…
Es währt!

Wird zu Wasser, zu Regen,
zu Farben, Harmonie

Eines vermag der Tod nicht mitzunehmen… Die Stimme.
sie hallt durch die Straßen: vor denen, die demonstrieren
Dahinter, an den Seiten
Sie singt!

Es kann niemals sterben, wer uns das Herz hinterlässt…
Es bleibt das weitergetragene Wort
die Liebe zum Leben
eine Sonne


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// Sichtbarkeit zu welchem Preis?

Dieses Jahr war im Pride-Month eine Veränderung spürbar: Im Gegensatz zu Vorjahren verzichteten viele Marken offen auf Pride-Kampagnen. Dass Großunternehmen wie Google, Meta oder McDonalds ihre Diversitätsprogramme und -gelder streichen, nachdem die Trump-Regierung allen DEI-Strukturen (Diversity, Equity and Inclusion) den Kampf angesagt hat, ist nicht verwunderlich. Doch auch die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat entschieden, die Regenbogenflagge auf dem Reichstagsgebäude künftig nicht mehr zum Berliner CSD zu hissen. Brandgefährlich im Kontext der Offenheit, mit der rechtes Gedankengut wieder ausgelebt wird.

Kampagnen um die Latinidad fangen dagegen gerade erst an. „Latine“ zu sein ist inzwischen nicht mehr nur mit einem negativen Stigma von „Unterentwicklung“ verbunden, sondern wird romantisiert – als exotisch, begehrenswert. Eine Marketing-Rhetorik, die westlichen Marken erlaubt, sich mit einem Anstrich von Inklusion zu schmücken. Dies geschieht zum Beispiel immer wieder, wenn sich der globale Fokus kurzzeitig auf den Amazonas richtet. Marken wie Zara, Anthropologie und Patowl nutzen die mediale Aufmerksamkeit, um traditionelle amazonische Muster zu verwenden – ohne Zustimmung oder Entlohnung von Indigenen Gemeinschaften. Sie eignen sich einmal mehr das „Exotische“ an.

Dieses Jahr ist klar geworden: Wenn sich Symbole der queeren Bewegung nicht mehr gut vermarkten lassen, ziehen sich die Unternehmen zurück – und mit der Latinidad wird es nicht anders sein. Sobald sie nicht mehr als exotisch und schön gilt, wird sie fallen gelassen wie all die anderen Bewegungen, die dem Markt nicht mehr nützen. Während die Rechte der LGBTQ+-Community zurückgedrängt werden und konservative Diskurse weltweit an Stärke gewinnen, schweigen die Unternehmen.

Bisher schienen marginalisierte Gruppen in ihren Kämpfen voranzukommen, weil sie plötzlich auf allen Bildschirmen und in der Werbung auftauchten – aber diese Form der Sichtbarkeit ist nicht mit echter Inklusion oder Unterstützung gleichzusetzen. Sie führt lediglich dazu, dass komplexe Identitäten ihren politischen Kern verlieren. Das Oberflächliche wird gefeiert, das Unbequeme verschwiegen.
Ein wesentlicher Teil der Kämpfe besteht nämlich im anstrengenden Beharren auf existenzielle Rechte, wenn diese zum Beispiel von Regierungen nicht geschützt werden. So müssen sich Indigene Gemeinschaften weiterhin gegen Extraktivismus im peruanischen Regenwald wehren, weil es sonst niemand tut (siehe Seite 28) und auf institutioneller Ebene werden in Peru Kämpfe gegen transfeindliche Politik lauter (siehe Seite 32). Auch in künstlerischen Formen lohnt sich die Auseinandersetzung mit komplexen Themen wie Femiziden, so dass die Menschen und Persönlichkeiten, um die es in diesen Kämpfen geht, in den Vordergrund der Debatten rücken (siehe Seite 50).

Eines darf aber nicht vergessen werden: Weder die queere noch die lateinamerikanische Erfahrung ist homogen. Ihre Kommerzialisierung löscht die Intersektionalität aus, die ihre Realität prägt. Hinter einer bunten Flagge oder einem Karol-G-Song – wie LATINA FOREVA, der als Versuch verstanden werden kann, die Identität der lateinamerikanischen Frau global zu repräsentieren – verbergen sich zutiefst unterschiedliche Geschichten, geprägt von Herkunft, Klasse, Rassifizierung, Geschlecht und Sprache. Doch welche Art von Latinidad wird da gefeiert? Wo bleiben die Afro-Latinidad, die Indigene Latinidad, das queere Landleben?
Diesen marginalisierten Kämpfen einen Sinn zurückzugeben, bedeutet, ihre Komplexität anzuerkennen. Es bedeutet auch, sich gegen ihre Ästhetisierung und performative Vermarktung zu stellen und beides entschieden abzulehnen.


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“Expulsaron a 300 policías”

Für die deutschsprachige Version hier klicken

Activistas en Los Angeles muestran fotos de sus familiares (Foto: Canek Hernández)

Las redadas ilegales de principios de junio en el Fashion District y Home Depot, así como las escenas de pobladores de Los Ángeles por centenas, haciendo retroceder policías y tanquetas, fueron para muchas personas sorprendentemente esperanzadoras. ¿En qué contexto sucedieron estas acciones?
[El movimiento] nos ha sorprendido a todos, pero no es nuevo. No es que la gente esté de la noche a la mañana saliendo a la calle. Hay una historia de autodefensa, de defensa de las mismas comunidades. De hecho, una de las organizaciones más potentes aquí en Los Ángeles es la Coalición Comunitaria de Autodefensa (Community Self Defence Coalition).
Hay capas, o diferentes dimensiones, en el movimiento: Por una parte están las organizaciones no gubernamentales, con una tarea de enlace y de cabildeo con el gobierno local o federal. Tenemos organizaciones civiles que hoy están jugando un papel muy importante con estrategias legales directas. Por ejemplo, la Coalición por los Derechos Humanos de los Inmigrantes (CHIRLA), que está abogando en términos formales y legales en diferentes casos por diferentes comunidades migrantes.
En otra capa están las organizaciones civiles que no necesariamente están registradas como organizaciones no gubernamentales. Por ejemplo, esta coalición que se formó, la Coalición Comunitaria de Autodefensa. En esta coalición están, por ejemplo, Homies Unidos, Unión del Barrio, juntos con aproximadamente 50 organizaciones de base de Los Ángeles. Son educadores, educadoras, que también han participado en el movimiento por el cese al fuego en Gaza. Este combo de organizaciones tienen una red de comunicación con las familias, con diferentes comunidades sobre todo en el este, sur y toda la periferia de Los Ángeles.

¿Cómo opera en campo esta articulación, por ejemplo, cuando se consigue impedir el secuestro de una persona migrante?
La coalición se formó tres meses antes del primer operativo [de deportación], entonces ya hay un antecedente. El primer día ocurrieron las redadas más grandes en el Fashion District, que son maquiladoras de ropa. En un principio se registraron alrededor de 60 federales, que rodearon varios edificios. Ahí había gente adentro que empieza a enviar mensajes de texto a familiares. Por ejemplo, un trabajador del pueblo zapoteca texteó a uno de sus familiares y esa persona, a una compañera, también zapoteca. Luego, estas personas se comunican con alguna de las organizaciones de la coalición, por ejemplo, con Homies Unidos con Unión del Barrio.
Eso no lo esperaban los federales: en un lapso más o menos de una hora ya había comunicación en primer lugar con familiares, amigos, vecinos y, en un segundo grado, con las organizaciones. Llegaron primero algunas como Unión del Barrio, pero también llegó gente del sindicato más importante de trabajadores quizá en todo California, y luego llegaron vecinos. Hay, más o menos, entre vecinos, activistas, defensores o incluso abogados o gente del sindicato, entre 300 y 500 personas que están como observadoras. Llevan megáfonos, están en la puerta, informando: “No den sus datos, tienen que permanecer en silencio, no pueden llevárselos de forma legal y formal sin una orden, no pueden entrar sin una orden de cateo”. Pero llegó un momento en el que no se respetó más ningún protocolo legal.
Entonces los vecinos se empezaron a colocar frente a las filas de coches de las seis agencias federales. No es una estrategia como las del sindicato, donde se sientan en filas de 5 a 8 personas, y las fuerzas federales los van retirando uno por uno, los llevan a detención y ya los está esperando ahí un abogado. No: esta fue resistencia civil espontánea. Los cerca de 300 elementos federales que iban con el objetivo de detener a alrededor de mil personas, fueron expulsados y obligados a irse con 43 detenciones. Estamos hablando de 43 familias que literalmente están destruidas por cinco, diez, quince años. Pero simultáneamente, si lo ves desde afuera, fracasaron. Es decir: 43 personas no es ni el 10 porciento de lo que ellos se habían propuesto, y de acuerdo con mi compañera Michelle, que estaba ahí, fueron los vecinos quienes “los corrieron”.

Parece que lo que describes es una victoria de la comunidad. Quizás parcial, pero sí muy importante ante las detenciones ¿Fue también significativa a nivel simbólico?
Sí, es muy importante. Yo no quiero hablar de modelos, pero creo que lo que se está replicando es llamar a los familiares, llamar a las organizaciones, ya sean no gubernamentales o civiles… Si se hace muy público, lo que pasa es que sí sale un combo de vecinos, de organizadores, de periodistas. Lo que se está diciendo en diferentes talleres que hemos participado es que tenemos que grabar todos. Esto es muy importante porque lo que estamos viendo en Gaza, respecto de cómo nos llega la información más importante, más cruel, más desgarradora, es a través de gente que tiene un celular. Por eso, la idea aquí es grabar, grabar, grabar.

¿Hay más elementos en la estrategia? ¿Se están replicando ya?
En cada lugar donde sucede un operativo, donde hay deportaciones, a la tarde ya están convocando formalmente rallies, manifestaciones, y después asambleas de las juntas de gobierno local.
Por ejemplo, hay un caso en Downey. Se detecta que hay federales, salen los vecinos, se comunican por SMS, sale en las redes sociales. Los vecinos los expulsan. No detienen las detenciones, valga la redundancia, pero lo que sí consiguen es detener ya el operativo. Luego, se convocan manifestaciones para hacer público que los vecinos no están de acuerdo, y ya hay varias en Santa Ana, en Downey, en diferentes ciudades. Después se convoca a juntas del concejo municipal, adonde van los vecinos y exponen. Allí, básicamente la solicitud es es que los concejales y jefes del gobierno local de estas ciudades tengan que, por lo menos, declarar que no están a favor y realizar alguna acción. Por ejemplo, se ha logrado en Pasadena aprobar el día de hoy (28 de junio) un lineamiento para que los agentes federales no puedan usar máscara, tienen que descubrirse el rostro.

Mencionaste que la solidaridad en el grupo zapoteco de Michelle es comunitaria, es de su pueblo, no institucional. Me interesa tu perspectiva sobre la articulación o desarticulación de distintas formas de lucha, por ejemplo la zapoteca pero también otra, como la lucha negra, que tiene sus propias particularidades.
Esta pregunta es muy importante. Te lo puedo decir de esta forma: hay diferentes bloques sociales que siempre han participado, que son por ejemplo las diversidades sexuales y un grupo muy grande que se fortalece después de Vietnam. Hay diferentes grupos, tanto civiles como organizaciones políticas, de afroamericanos, y también hay algunas organizaciones que tienen que ver con trabajadores donde confluyen todos los anteriores, los sindicatos. También hay organizaciones religiosas de diferentes denominaciones. Es muy importante saber que en este momento están confluyendo.
Históricamente ha habido diferencias, pero son diferencias construidas artificialmente. Yo te puedo decir dos cosas muy concretas: yo participo de una coalición que se llama Community Coalition, y literalmente somos Black and Brown Unity. Aquí en el sur de Los Ángeles hay muchos mexicanos, y dentro de los mexicanos hay nahuas, hay zapotecas, hay mixes. También hay gente de Belice, mucha gente de Belice que es afrodescendiente; mucha gente que yo pensaba que era de Belice, pero que son del Caribe, son mexicanos, afrodescendientes de El Salvador, de Guatemala. De México: de Nayarit, de Michoacán, de Jalisco, mixes, choles, gente que habla diferentes lenguas. Entonces esto de “latinos” también ya se ha convertido en un eufemismo cuando ves que son todos estos pueblos.
Pero pasa otra cosa muy relevante en términos antropológicos, y es que toda la ciudad de Los Angeles está siendo afectada por la filiación o parentesco. Aproximadamente la mitad de la población tenemos en primero o segundo grado un parentesco consanguíneo o político con alguien migrante.
Acabo de ir a dos reuniones familiares y resulta que en estas dos familias que son de güeros (nota de la redacción: estadounidenses blancos), como diríamos, ya tienen familiares, ya tienen nietos, ya tienen una esposa de Guerrero. La otra familia que también visité allá es judía, no es militante de nada pero que está muy afectada, porque las amigas de sus niñas de esta familia son mexicanas.
Toda esta gente diversa, sobre todo desde las organizaciones, ha empezado a ver como un problema fundamental del Estado. No es un problema que nace ahora con Trump. Desde los grandes medios de comunicación se intenta instigar lo que llaman una “guerra tribal” de diferencias, pero de nuestro lado tenemos la apuesta de disolver estas diferencias construidas.


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Zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit


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Ni una menos

Illustration: Maria Victoria Rodríguez García

Die Bewegung der letzten 10 Jahre hat Unmengen an Gesetzesveränderungen erreicht und eine starke Gemeinschaft aufgebaut. „Auch wenn die Bewegung in Argentinien begann, umfasst sie doch eine Problematik, die in ganz Lateinamerika existiert. Was diese Bewegung so besonders macht, ist, dass unsere Stimmen immer dann viel lauter sind, wenn sie geeint sind“, sagte Amy Ramirez, Demo-Teilnehmerin der ersten Stunde von Ni Una Menos, im Interview mit LN 2016.
Heute sehen sich Ni Una Menos und die breitere feministische Bewegung in vielen lateinamerikanischen Ländern und anderswo auf der Welt mit einem rechten Backlash konfrontiert. Errungenschaften wie das Recht auf Schwangerschaftsabbruch oder Selbstbestimmungsrechte für queere Personen werden wieder abgeschafft, Sozialkürzungen betreffen FLINTA* strukturell meist besonders stark.
Doch Feminist*innen sind geübt darin, Widerstand unter widrigsten Umständen zu leisten. Sie gehen nicht nur gegen patriarchale Gewalt auf die Straßen, sondern stehen auch in den vordersten Reihen der Kämpfe gegen Autokratisierung und Faschismus und schlagen Brücken zu anderen Kämpfen, wie zuletzt wieder zum Rentner*innen-Protest in Buenos Aires, bei dem die Aktivist*innen zusammen mit den protestierenden Rentner*innen und Pensionär*innen zur Mittwochsdemo aufriefen (siehe LN 608).
Bis die Angst wieder die Seiten wechselt!


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Momentaufnahme einer verstörenden Welt

Foto: Steve Jurveston via Flickr (CC BY-SA)

Menschliche Geschichten wollen erzählt werden, und zwar mit einer Perspektive, die nicht nur das versteinerte Bild eines Augenblicks einfängt, sondern sie in ihrer komplexen Tiefe wahrnimmt. Es ist diese Tiefe, die Sebastião Salgado (8. Februar 1944 – 23. Mai 2025) in seiner Arbeit als Fotograf anstrebte. Er ging über die Technik hinaus und fokussierte dabei nicht nur in Bezug auf das Objektiv, sondern auch in Bezug auf die in einem Moment und an einem Ort spezifisch dargestellte Kultur, um in seinen Werken zugleich das alle verbindende, menschliche *Element aufzuzeigen.
Salgado wurde in Aimorés, einer Gemeinde im brasiliniaschen Bundesstaat Minas Gerais, geboren. Vielleicht hat die Bedeutungsschwere dieser Gegend, die so reich und zentral für die Geschichte und die Widersprüche Lateinamerikas ist, die kritische Tendenz und Sensibilität geprägt, die sich durch sein gesamtes Werk ziehen. Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften in São Paulo schloss er sein Studium nach dem Militärputsch in Brasilien (1964) in den USA und Paris ab. Erst 1973 beschloss er, sich vollständig der Fotografie zu widmen.
Im Exil begann Salgado mit der Entwicklung seines ersten großen Werks: Otras Américas, das 1986 erstveröffentlicht wurde. Das Buch porträtiert in 46 Schwarzweißbildern bäuerliche und Indigene Kulturen anhand von Fotografien, die zwischen 1977 und 1984 in Mexiko und Brasilien entstanden sind. Der Bildband erforscht die lateinamerikanischen Ungleichheiten und Widerstände aus einer subalternen Perspektive; aus einer Position, die die Spannungen, die in der Gesellschaft herrschen, mit Rohheit und Schönheit darstellt.
Nach dem Ende der Militärdiktatur im Jahr 1979 kehrte er nach Brasilien zurück. Von jenem Zeitpunkt an begann er eine Arbeit, die Geschichten dokumentierte, die die Auswirkungen groß angelegter produktiver Aktivitäten und das Leid der am stärksten verdrängten Klassen der lateinamerikanischen Gesellschaft zeigen. Seine Fotografien hielten Momente wie die größte Besetzung der Landlosenbewegung in Rio Bonito do Iguaçu (Paraná) oder die Särge der Ermordeten in Eldorado do Carajás (Pará) fest. Mit seinem eigenen ästhetischen Stil und einer fotografischen Ethik in Schwarzweißbildern, die das hervorhebt, was das Auge oft nicht sehen will, konzentrierte er sich auf die Auswirkungen, die Arbeit und Vertrei­bung auf den menschlichen Körper haben.
Aus einer allgemeinen Perspektive kann sein gesamtes Werk als fotografisches Manifest gelesen werden, das zu einer politischen Ökologie aufruft, die den humanitären Anforderungen unserer Zeit entspricht. Salgados Werk hinterlässt uns ein bedeutsames Vermächtnis und den Anstoß, sowohl in ästhetischer als auch in ethischer Hinsicht, „zu begreifen was passiert und betroffen zu sein“, wie er selbst sagte, um eine Lebensweise zu wagen, die Werte wie Pluralität, eine respektvolle Koexistenz mit der Natur und die menschliche Würde anerkennt.


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Bücher wie Chop-Suey to go

Selbstveröffentlichung aus dem Gefängnis heraus Patio 6 von Lina Prieto (Foto: Gibran Mena Aguilar)

In Kolumbien ist es üblich, wenn man sich die Nase putzt, nach einem Kleenex zu fragen – also einem Taschentuch, jedoch einer ganz bestimmten Art oder Marke. Etwas Ähnliches ist mit dem Wort „Buch“ passiert: Die Verlagsindustrie hat einen perfekten linguistischen Taschenspielertrick angewandt, der die Idee verankert hat, die Bedeutung des Wortes „Buch” sei identisch mit den von der Industrie produzierten Formen. Doch dieses vereinheitlichte Verständnis war nicht immer das dominante. Wenn wir ältere Darstellungsformen miteinbeziehen, kann ein Buch auch offener definiert verstanden werden, als ein zusammenhängender Korpus von Ideen, die in verbaler Form festgehalten sind. Auch heute wird eine Debatte darüber, was als Buch gilt und was nicht, vielerorts hitzig geführt.

In Lateinamerika begann der Wunsch, sich von der tyrannischen Strenge der Verlagsindustrie zu befreien, in den Jahren der künstlerischen Avantgarde, die den Kontinent im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts im Sturm eroberte. Als Erben von europäischen Dichtern wie Mallarmé, Apollinaire und in stetigem Kontakt mit dem französischen Surrealismus zersprengten lateinamerikanische Poeten wie Vicente Huidobro und Carlos Oquendo de Amat die strenge Trennung der künstlerischen Disziplinen der Epoche. Schriftsteller*innen sollten nicht mehr gezwungen sein, sich ausschließlich mit Worten zu beschäftigen, sondern zugleich auch bildende Künstler*innen werden können. So schrieb Oquendo de Amat eine Gedichtsammlung mit dem Namen Cinco metros de poemas (1926), dessen Seiten sich wie ein Akkordeon zusammenfalten ließen, während sich Huidobro eine parisianische Galerie vornahm und zwölf Gedichte auf die Wände malte – seine berühmten Poemas pintados (1922).

Verengende Definitionen

Leider produzierten diese avantgardistischen Experimente nicht die ersehnte Revolution: Die auch heute noch anhaltende Prävalenz der Verlagsindustrie und ihrer homogenisierenden Praktiken, zeigen uns, wer der unbestreitbare Gewinner des damaligen Wettbewerbs war. Die Suche nach Veränderung der Verlagspraktiken Lateinamerikas ist schon lange vorhanden, blieb jedoch eine untergründige, eher marginale Strömung, die nur gelegentlich aus der Versenkung auftaucht, um dann wieder aus dem Blickwinkel zu verschwinden.

Wer näher hinschaut, findet dennoch viele kleine Beispiele selbstorganisierter, alternativer Veröffentlichungen: So erarbeiteten sich in Brasilien die Brüder Campos und Décio Pignatari in mühevoller Kleinarbeit die Grundlagen einer Kunstform, die sie „konkrete Poesie” nannten. Obwohl die materielle Gestalt des Buches als Gegenstand nicht im Fokus ihrer Interessen stand, führte ihr Wunsch, den grafischen Charakter von Schriften und Wörtern zu nutzen, nicht nur dazu, sich kommunikativen Formen zu nähern, die bisher nicht zur Buchwelt gehörten – wie etwa die Werbegrafik –, sondern auch dazu, die traditionelle Ordnung des Lesens einer Seite aufzuheben. Das klassische Lesen lateinischer Schrift von links nach rechts und von oben nach unten schafften sie ab, alle Richtungen standen dem Auge offen.

Rebellion gegen die Verlagsindustrie

Eine größere Rebellion gegen das Buch in seinem industrialisierten Sinne, formierte sich in Lateinamerika erst wieder in den 70er Jahren, als der damals recht traditionelle, mexikanische Schriftsteller Ulises Carrión sein Land verließ und beschloss, eine umfassende Kampagne gegen die Institutionen zu führen, die seine künstlerische Freiheit einschränkten. In Amsterdam lebend erkannte Carrión die Bedeutung der Komposition des Buchobjekts, um ein Kunstwerk zu schaffen, das Integrität besitzt und komplett ist – „das Medium ist die Botschaft” würde der kanadische Philosoph Marshall McLuhan sagen. Der Autor begann, das Buch nicht nur als leeres Objekt, welches seine Bedeutung aus dem darin abgedruckten Inhalt zieht, zu betrachten. Die künstlerische Gestaltung weitete sich für ihn auch auf die konkrete Darstellungsform des Geschriebenen aus. Carrión hinterließ mit diesen Gedanken in seinem Werk El nuevo arte de hacer libros (1975) ein Manifest, das zur Pflichtlektüre für selbstständige Verleger*innen im gegenwärtigen Lateinamerika geworden ist.

Eines der führenden Länder in der Bewegung des unabhängigen und alternativen Verlagswesens ist heutzutage Argentinien, wo beispielsweise die weltweit bekannten Cartonera Verlage ihren Ursprung haben. Mit der Absicht, Bücher für die marginalisierten Klassen zu verlegen, gründeten Washington Cucurto und Javier Barilaro 2003 den heute legendären Verlag Eloisa Cartonera. Ihre Veröffentlichungen zeichnen sich durch ihre kostengünstige und trotzdem sorgfältige Herstellung aus. Anstatt harter oder kartonierter Einbände nutzen sie handbemalte Pappeinbände, statt Druckpapier Fotokopien. Aus dem gleichen Land stammen auch Projekte wie der Barba de Abejas Verlag, sowie Künstler*innen wie Cristian Forte, dessen Projekt des handwerklichen Verlegens in Berlin angesiedelt ist.

Bücher für marginalisierte Klassen

In anderen Ländern des Kontinents sind die Bücher der mexikanischen Autorin und plastischen Künstlerin Verónica Gerber Bicecci, des chilenischen Yanko González und der brasilianischen Veronica Stigger Teil der Bewegung. Zu guter Letzt gibt es aktuell auch in Kolumbien eine lebendige alternative, handwerkliche Verlagsszene mit Projekten wie Tragaluz editores, La jaula editores und Cajón de sastre und mit Schriftsteller*innen wie María Paz Guerrero, Juan Afanador und der Dichterin Andrea Cote, deren Gedichtsammlung Chinatown a toda hora (2020) die ungewöhnliche Form einer Chop-Suey-Box hat. Obwohl niemand die zukünftigen Entwicklungswege dieser „neuen Kunst der Buchgestaltung“ festlegen kann, ist doch deutlich, dass sich die ehemalige Grenze zwischen den verschiedenen Kunstformen sowie unsere Vorstellungen von den Trägermaterialien der Literatur derzeit in einem Veränderungsprozess befinden, der niedrigschwellige Zugänglichkeit und Kreativität in den Fokus setzt.


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// Ressource Gesundheitsfachkraft

Deutschlands Regierung schaut und reist nach Lateinamerika. Ob Lithium oder medizinische Fachkräfte – fehlende Ressourcen sucht sie im Globalen Süden. 2022 gab es in Deutschland mehr als 200.000 offene Stellen in Pflege und medizinischer Versorgung. Laut der Agentur für Arbeit kommen nur 33 Arbeitssuchende auf 100 gemeldete Stellen in der Pflegebranche. Von den 421.000 praktizierenden Ärzt*innen sind ein Drittel über 55 Jahre alt.

Auch in Lateinamerika herrscht Mangel in der Gesundheitsversorgung. Die öffentlichen Gesundheitssysteme waren in den vergangenen fünf Jahrzehnten das Ziel von Strukturanpassungsprogrammen, erzwungen vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Neoliberale „Gesundheitsreformen“ führten zu Privatisierung und Fragmentierung. Ein Beispiel ist Kolumbien mit einer Zersplitterung des Gesundheitssystems in eine Vielzahl privater Krankenversicherungen und Dienstleistern seit 1993. Der Zugang zu einer angemessenen, bezahlbaren Gesundheitsversorgung wurde so erschwert. Auch in Honduras ist das öffentliche Gesundheitssystem dramatisch unterfinanziert. Ärzt*innen und Pleger*innen sind unterbezahlt und arbeiten unter schwierigsten Bedingungen, viele wollen auswandern.

Kein Wunder also, dass die Verbesserung der öffentlichen Gesundheitsversorgung ein zentrales Versprechen linker Regierungen in Lateinamerika ist. Die Umsetzung ist nicht einfach. In Kolumbien war der Widerstand der privaten Gesundheitsunternehmen so massiv, dass Gustavo Petros Gesundheitsreform fast im Kongress scheiterte. In Brasilien war die Entwicklung allerdings lange eine andere. Nach der Diktatur wurde in der Verfassung von 1988 Gesundheit als Recht aller Bürger*innen und ihre Erhaltung als Pflicht des Staates definiert. In der 8. Nationalen Gesundheitskonferenz wurde das „Einheitliche Gesundheitssystem“ (SUS) geschaffen. So sollten alle Brasilianer*innen eine medizinische Versorgung erhalten.

Doch die neoliberale Politik der rechten Regierungen seit 2016 führte zu einer systematischen Unterfinanzierung des SUS. Auch deshalb verursachte die Pandemie in Brasilien selbst im lateinamerikanischen Vergleich katastrophale Todeszahlen. Ein Ziel der Regierung Lula und der Zivilgesellschaft ist die Wiederbelebung des darniederliegenden Gesundheitssystems: Anfang Juli fand dazu die 17. nationale Gesundheitskonferenz statt. Aktuell sind die Bedingungen für brasilianischen Ärzt*innen und Pfleger*innen im SUS aber weiter schlecht. Gerade die Pfleger*innen führen einen erbitterten Kampf um eine bessere Bezahlung. Zusätzlich ist dort schätzungsweise jede*r Zehnte arbeitslos.

Um Pflegekräfte anzuwerben, reisten die Minister*innen Baerbock und Heil im Mai nach Brasilien und sprachen von einer „Win-Win“-Situation. Der Verein demokratischer Ärzt*innen und der brasilianischen gesundheitspolitischen Organisation CEBES sehen das anders: „Indem Deutschland Gesundheitspersonal in Brasilien anwirbt, profitiert es von den schlechten Arbeitsbedingungen und der Unterfinanzierung des SUS.“ Fakt ist, dass die Ausbildung von medizinischen Fachkräften erhebliche volkswirtschaftliche Kosten verursacht. Es ist kein Zufall, dass hierzulande viel zu wenig ausgebildet wird. Die Ursachen sind die miserablen Arbeitsbedingungen und eine schlechte Bezahlung, die das reiche Deutschland nicht verbessern will. Doch wenn Hochqualifizierte das Ausbildungsland verlassen, ist das für dieses ein Verlustgeschäft. Der Transfer von medizinischem und pflegerischem Personal ist weder für Brasilien noch für Deutschland eine Lösung.

Die Deutsche Plattform für globale Gesundheit fordert, dass eine Abwerbung in gute Arbeitsbedingungen führen und fair sein muss. Die Bundesregierung solle sich für ausreichend finanzierte, gemeinwohlorientierte und bedarfsgerechte Gesundheitssysteme in Deutschland und weltweit einsetzen. Diese Forderung unterstützen wir.


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Pride-Monat in Lateinamerika

Foto: Kellys Portillo @alharaca_sv

In Gedenken an die Stonewall Riots 1969 in New York finden jährlich im Juni und Juli Pride-Veranstaltungen („Stolz“) und Demonstrationen für die Rechte von Personen aus der LGBTIQCommunity statt – so auch in der großen Mehrheit der lateinamerikanischen Länder.

Mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten wurden am 24. Juni und an einigen anderen Tagen die Straßen vieler Städte des Kontinents von den Regenbogenflaggen der marchas de orgullo geschmückt. Mancherorts wurde mit lauter Musik und Tanz auf thematischen Wägen gefeiert, im Zentrum sollten jedoch die jeweiligen politischen Forderungen der Organisator*innen und Teilnehmer*innen stehen.

Demoschild in Santiago de Chile Vielen Dank allen, die Wege geöffnet haben! (Foto: Diego Reyes Vielma)

Der Pride-Tag in Santiago de Chile, der wegen Regenwetters einen Tag verschoben werden musste, erreichte laut den Organisator*innen mit über 180.000 Teilnehmenden historische Größe. Diese Protestierenden forderten insbesondere die Reform des Antidiskriminierungsgesetzes Zamudio sowie den Aufbau einer Antidiskriminierungsstelle.

Kings and Queens and everone in between Demoteilnehmende in Santiago de Chile (Foto: Diego Reyes Vielma)

Unter dem Motto ¡Libertad, justicia, dignidad. ¡A nosotres jamás nos borrarán! („Freiheit, Gerechtigkeit, Würde. Sie werden uns niemals ausradieren!“) wurde in Mexiko-Stadt als Hauptforderung die Sichtbarkeit der auch innerhalb der LGBTIQCommunity am meisten marginalisierten Gruppen ins Zentrum gesetzt. Außerdem forderten die Demoteilnehmer*innen die legale und gesellschaftliche Anerkennung von trans* und nicht-binären Identitäten. Die Rechte und Selbstbestimmung von trans* Personen standen auch in Bogotá im Fokus (Ley integral trans ¡Ya!, übersetzt: „Integrales Trans-Gesetz, jetzt!“). Mit über 100.000 Personen nahmen auch hier mehr Menschen als jemals zuvor am Demozug teil.

Weniger Hass Mehr Hunde (Foto: Diego Reyes Vielma)

São Paulo feiert jährlich eine der weltweit größten Pride-Demonstrationen. Auch dieses Jahr kamen am 11. Juni große Mengen an Menschen zusammen, um das Ende der desaströsen Regierung Bolsonaro zu feiern und Forderungen an die neue Regierung zu formulieren. „Soziale Politiken für LGBT: Wir wollen sie komplett, nicht nur die Hälfte“, lautete das dazu passende Leitmotiv.

Feiern und Fordern In Santiago de Chile (oben) und São Paulo (unten, Foto: Lilian Lopes)

Auch in Venezuela, Bolivien, Ecuador, Peru und Paraguay fanden Pride-Veranstaltungen mit Forderungen nach Gesetzesänderungen im Antidiskriminierungsbereich, Gleichberechtigung (zum Beispiel durch die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen) und für den Kampf gegen Hassrede und Hassverbrechen statt.

Feiern und Fordern Demoteilnehmende in São Paulo (Fotos oben und unten: Lilian Lopes)

In Zentralamerika legte das Pride-Fest in El Salvador mit dem Motto Mi identidad, mi orgullo („Meine Identität, mein Stolz“) den Fokus auf das Thema Identität. Wie auch in anderen Ländern bezogen sich die Organisator*innen dabei nicht nur auf sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität, sondern schlossen andere Identitätsaspekte intersektional mit ein. Panama-Stadt schloss mit dem Thema diverse Familien und Ehe für alle an aktuelle Entscheidungen des höchsten Gerichts des Landes an, das vor einigen Monaten gegen die Ehe für alle als Menschenrecht entschied.

Marcha de Orgullo in San Salvador Liebe ohne Angst – auch im öffentlichen Raum (Fotos: Kellys Portillo)

In weiteren Städten und Ländern wurden ebenfalls Demonstrationen organisiert, in manchen, wie Guatemala, Uruguay und Argentinien, stehen diese noch aus. So unterschiedlich die Bedingungen in den verschiedenen Ländern für die queere Bevölkerung sind, so divers sind auch deren Forderungen. Eines teilen sie jedoch alle – sie kämpfen weiter!


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Y UN PEQUEÑO MILAGRO CADA MES

Für die deutschsprachige Version hier klicken

Foto: Jan-Holger Hennies

Era un soleado día de mayo de 1973 cuando quince o veinte jóvenes, todos ellos recién llegados a Alemania del agitado clima político chileno, se reunieron en un prado verde bajo un cerezo en Hessen para pensar juntos cómo ayudar al pueblo chileno, que atravesaba una difícil situación, y al Gobierno de la Unidad Popular, mediante información educativa (¿conferencias, artículos?) y apoyo práctico (¿bicicletas, por ejemplo?). El ambiente era positivo, incluso optimista, teniendo en cuenta las malas noticias que llegaban en su mayoría del otro lado del Océano Atlántico: asesinatos políticos organizados por grupos de extrema derecha, la inflación en rápido aumento, la escasez de suministros en todas partes. Sin embargo, el grupo estaba animado y no se imaginaba que el “experimento “, una profunda agitación política y social mediante un Gobierno electo, pudiera fracasar. Así se fundó el comité “Solidaridad con Chile”, cuya tarea principal era organizar ayuda práctica para las personas pasando aún más hambre durante el invierno chileno. Más para la comunicación interna del círculo que para la educación de la sociedad alemana occidental, se decidió compilar, cada 14 días, unas páginas con las informaciones más importantes sobre Chile y consejos en cuestiones prácticas. Los textos breves debían recopilarse “primero” en Berlín (Occidental).

Los comienzos

El momento había llegado: el 28 de junio de 1973, un jueves, como ocurriría de allí en adelante. A las siete de la tarde, seis —¿o siete?— personas se reunieron y planificaron el contenido de las páginas del primer número de la revista: comenzando con un breve informe “Sobre los acontecimientos en Chile”, seguido por referencias a materiales informativos, eventos, etcétera; y al fin de la página, también los nombres y direcciones de los implicados. Después de la sopa de frijol, que durante meses se convirtió en un elemento fijo de la tarde de producción, pusimos manos a la obra y, al cabo de tres horas, todos los textos estaban escritos y cuidadosamente mecanografiados en siete matrices Ormig. La noticia del intento fallido de golpe de Estado el día anterior en Chile apenas pudo acomodarse. A la mañana siguiente, se hicieron 50 copias de cada matriz, se clasificaron, se metieron en sobres y se llevaron a correos. Además de los miembros del comité, se pidieron donativos a algunos amigos para sufragar los gastos de producción, que se recibieron rápida y abundantemente.

La noticia de la existencia de esta fuente de información se extendió rápidamente, y en el quinto número —dos meses más tarde— hubo que retirar 200 ejemplares de las matrices para satisfacer la demanda. Pero eso era lo máximo que las matrices podían producir en aquel momento.

El número de involucrados también aumentó con rapidez. Pronto acudieron a ayudar diez, quince, veinte personas interesadas. Se hizo necesaria una reunión adicional el jueves, que hasta ese entonces había sido el día “libre”, para preparar el siguiente número. Por supuesto, todos en nuestras filas estaban convencidos de que la protección constitucional estaba implicada; no obstante, los nombres de los implicados se imprimieron valientemente. Los participantes chilenos en el Festival Mundial de la Juventud en Berlín (Oriental) debían recibir algunos ejemplares del número 3, pero la Policía Popular del paso fronterizo de la calle Heinrich-Heine estuvo vigilante y confiscó el pequeño folleto informativo tras un largo control del contenido. En el viaje de vuelta, los ejemplares fueron devueltos, porque la Policía Popular tampoco los quería como regalo.

Un intento de organizar un evento informativo en Berlín Occidental con la gente de Chile del festival fracasó porque esto sólo habría sido posible en conjunto con la FDJW (la Juventud Alemana Libre de Berlín Occidental), que impuso como condición que en el evento no se hubiera espacio de discusión: “Mejor ningún evento que uno descontrolado”.

Cualquiera que lea hoy los textos de los cinco primeros números de CHILE-NACHRICHTEN comprobará que estos muestran con toda claridad la inevitabilidad de un golpe de Estado de la derecha en Chile. Esto no fue intencionado, al contrario. Al discutir y escribir, todo el mundo era más o menos optimista de que todavía se podía cambiar la marea. Parecía demasiado escandaloso que el mundo se atreviera a tolerar un golpe contra un Gobierno electo.

La conmoción fue aún mayor cuando el golpe se produjo finalmente el 11 de septiembre de 1973. Para CHILE NACHRICHTEN esto significó de inmediato un fuerte aumento de la demanda y el procesamiento de más noticias, informaciones, manifestaciones de solidaridad. Ahora había que imprimir bien. En noviembre, la tirada era ya de 6000 ejemplares, cuya producción no supuso ningún problema financiero gracias a las ricas donaciones. El número 10 se publicó con un alcance considerablemente mayor; un amigo inglés llamó desde Londres durante una reunión editorial posterior: “¡Están locos! ¡Sesenta páginas!”Muy pronto, a finales de 1973, quedó claro que el calendario de publicación quincenal no podía mantenerse. La pequeña revista, cada vez más densa y pronto ampliada con números especiales —inicialmente gratuitos— con fines de documentación, sólo podía publicarse mensualmente. El estudio, la enseñanza, la investigación, la actuación, en resumen: la vida normal no podía subordinarse por completo al trabajo en la revista.

El archivo

A medida que los apartamentos de los y las integrantes de la redacción se llenaban de documentos importantes que nadie quería desechar, surgió la necesidad de construir un archivo. Esto no habría sido posible sin el apoyo y la infraestructura de la Comunidad de Estudiantes Evangélicos de la Universidad Técnica de Berlín.  En torno al archivo se fundaría pronto como asociación sin fines de lucro el Centro de Investigación y Documentación Chile-Latinoamérica (FDCL), que fue ampliando sus actividades con el tiempo. Cuanto más clara se volvían las violaciones a derechos humanos de la junta militar, sobre el carácter criminal del régimen de Pinochet mismo, sobre la imprudente política económica de los Chicago Boys y sobre las relativamente buenas relaciones del régimen con importantes figuras de la política y economía de la República Federal de Alemania; las y los integrantes de la redacción reconocían el valor de su trabajo al servicio de la información y la solidaridad cada vez más.

Solidaridad creciente

Junto a las CHILE-NACHRICHTEN (¿o sobre ellas? ¿en torno a ellas?), surgió en Berlín Occidental, directamente después del golpe de Estado, el Chile-Komitee, desde donde se organizaron manifestaciones, protestas y acciones de apoyo para las personas refugiadas que llegaron a Berlín. No se olvida —pese a las duras negociaciones previas con los comunistas de Berlín occidental del Partido Socialista Unificado de Berlín Oeste (SEW)— la gran manifestación de 30 mil personas el 4 de noviembre de 1973. Tampoco se olvida cómo durante la Copa Mundial de Fútbol de 1974, durante el partido de Chile contra Alemania, una enorme bandera chilena ondeó en la cancha en el medio tiempo, con el mensaje “CHILE SÍ — JUNTA NO”. Desde luego, el Chile-Komitee también fue un espacio de arduos debates políticos, en los que las CHILE-NACHRICHTEN no solo recibieron elogios. Si bien los Jóvenes Socialistas, inicialmente muy involucrados, percibían a la revista con cierta generosidad paternal, los spontis consideraban a la redacción como poco radical y demandaban con frecuencia una mayor consideración de las corrientes revolucionarias en Chile, como el Movimiento de Izquierda Revolucionaria (MIR) —incluso cuando estas corrientes tenían poco o nada en común con los spontis. Para muchos miembros habría sido preferible que la revista se convirtiera formalmente en un órgano del Komitee pero, como ello habría implicado demasiado trabajo de control, la independencia de la redacción se mantuvo siempre. Fundamentalmente, la redacción estaba organizada de manera poco rígida y tan espontánea como el Komitee. La participación era absolutamente voluntaria y además anónima, puesto que nadie quería divulgar los nombres de miembros del equipo a la inteligencia chilena.

Conflictos ideológicos

Un miembro del Komitee abogaba incansablemente por agilizar el trabajo a partir de principios organizacionales claros. Sin embargo, este enviado oficial de la Liga contra el Imperialismo, una organización de fachada del Partido Comunista de Alemania (KPD) maoísta, no encontró simpatía hacia sus propuestas de elegir un consejo y establecer un secretariado. A los otros maoístas de la Liga Comunista de Alemania Occidental (KBW) se les ocurrió otra cosa. Enviaron a un camarada —le llamaremos Fritz— a la redacción de las CHILE-NACHRICHTEN, donde consiguió hacer amigos con diligencia y prudencia. Un día Fritz declaró que se ausentaría por tres semanas porque debía dedicarse a estudiar un documento. Tres semanas más tarde, trajo a otro camarada, y ambos asumieron la tarea de iluminar a la redacción en que las CHILE-NACHRICHTEN estaban objetivamente al servicio de la contrarrevolución, puesto que no seguían fielmente la línea de la República Popular China de apoyar al “tercer mundo” —incluido Pinochet— contra el imperialismo. Los dos enviados del KBW solicitaron sacar de la redacción a todo aquel que no quisiera seguir la línea correcta. Perdieron con dos votos contra 18, desaparecieron y no fueron vistos por un largo rato, hasta que Fritz —ya purgado hacía tiempo— apareció en un buen proyecto vecino del Mehringhof.

Caos constructivo

El trabajo de la redacción era algo descoordinado. Ya en aquel entonces, cada edición tenía una nueva coordinación. Sin embargo, por lo general, todo se mantenía abierto hasta el último minuto; por ello, ya en aquel tiempo, las noches de producción se extendían hasta altas horas de la madrugada.

Por un buen tiempo, lo más caótico fue la situación financiera. Tras el golpe de Estado en Chile, la revista recibió muchas suscripciones de individuos, grupos y librerías. Pero nadie tenía tiempo para ocuparse de las cuentas pendientes. La revista se encontraría pronto al borde de la ruina  —hasta que alguien tuvo la idea de llamar a las y los suscriptores a saldar sus deudas—. El excedente fue tal que la redacción decidió ofrecer una revista similar en idioma español a las personas refugiadas chilenas en Berlín Occidental para sus pares en Europa. Bajo el nombre “CHILE COMBATIENTE” y “SÍ, COMPAÑERO” se publicaron un par de ejemplares, hasta que conflictos partidarios dentro de los grupos de refugiados y refugiadas complicaron cada vez más el trabajo. El dinero tampoco habría alcanzado para mucho más.

A mediados de los setenta quedó claro que, si bien Chile representaba un caso especialmente flagrante de combinación de gobierno militar autoritario y políticas económicas ultraliberales, los demás países sudamericanos seguían cada vez más su ejemplo. En Uruguay, los militares habían asumido el poder casi simultáneamente. Brasil y Perú ya eran dictaduras militares.A más tardar con el golpe en Argentina en 1976 se hizo evidente que se trataba de  una tendencia generalizada que debía interesar a la redacción de las CHILE-NACHRICHTEN. Como resultado, se publicaban cada vez más artículos sobre los vecinos de Chile, hasta que eventualmente se encontraron ante la decisión de ampliar fundamentalmente tanto el contenido como el título de la revista. Como todos los cambios fundamentales en la historia de la publicación, la discusión al respecto fue intensa; pero con el número 51, y con el inicio del quinto año de publicación en el verano de 1977, el momento había llegado. A partir de ese momento, la revista se llamaría LATEINAMERIKA NACHRICHTEN; el nombre CHILE-NACHRICHTEN se mantuvo once años más como subtítulo y aparecía con un dejo de vergüenza en el Impressum, la declaración legal de autoría y propiedad. Las CHILE-NACHRICHTEN se volvieron parte de la historia. Ahora la redacción está conformada por jóvenes que no habían nacido cuando ya se había sepultado el nombre CHILE-NACHRICHTEN. Eso es digno de celebración.


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EINE ANDERE SICHT

In den meisten Staaten Lateinamerikas wird die westliche Position zum Ukraine-Krieg nicht geteilt. Auch die These von der russischen Alleinschuld wird oftmals zurückgewiesen. So erklärte etwa Luiz Inácio Lula da Silva noch als Präsidentschaftskandidat, der ukrainische Staatschef Wolodimir Selensky sei „für den Krieg genauso verantwortlich wie Putin“ – eine Formulierung, die ihm zumindest im Westen viel Kritik einbrachte. Insbesondere die Sanktionen gegen Moskau werden in vielen Ländern Lateinamerikas abgelehnt. Im Januar erklärte Lula, diese bestraften nicht den russischen Präsidenten Wladimir Putin, sondern „viele verschiedene Länder, sie bestrafen die Menschheit.“ Auch dem Ruf, der Ukraine Waffen zur Verfügung zu stellen, verweigern sich die lateinamerikanischen Staaten. So erklärte der argentinische Präsident Alberto Fernández anlässlich des Besuchs von Scholz in Buenos Aires Ende Januar: „Argentinien und Lateinamerika denken nicht daran, Waffen an die Ukraine oder in einen anderen Konfliktherd zu liefern“. Auch Lula erteilte der Bitte von Scholz, Brasilien möge Kiew Munition für den Gepard-Flugabwehrpanzer liefern, eine Absage. Zuletzt fasste die kolumbianische Vizepräsidentin Francia Márquez die Stimmung auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit den Worten zusammen: „Sicherheitsfragen lassen sich nicht mit Waffengewalt lösen.“

Zwar tobt der Ukraine-Krieg weit entfernt von Lateinamerika. Trotzdem sind seine Folgen auch dort stark spürbar. So bezogen etwa Brasilien, Argentinien und Mexiko vor Beginn des Krieges einen Großteil ihrer benötigten Düngemittel aus Russland, der Ukraine und Belarus. Der Zugang zu diesen ist nun infolge des Krieges sowie wegen der westlichen Sanktionen versperrt. Dadurch sind Grundnahrungsmittel in Lateinamerika deutlich teurer geworden, was bereits zuvor bestehende Versorgungskrisen weiter verschärft. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Nachfrage nach lateinamerikanischem Erdöl, Erdgas und Nahrungsmitteln im Westen gestiegen ist, was Geld in die klammen Kassen spült. Gerade die regionalen Schwergewichte Brasilien und Argentinien bemühen sich trotz des Krieges in der Ukraine um den Ausbau ihrer Wirtschaftsbeziehungen zu Moskau. Wichtig dafür ist unter anderem das BRICS-Bündnis, das Ende der 2000er Jahre von Russland, China, Indien und Brasilien ins Leben gerufen wurde und zu dem seit 2011 auch Südafrika gehört. Teil des Verbands der sogenannten Schwellenländer sind die New Development Bank als Gegengewicht zur Weltbank, ein eigenes Zahlungssystem als Entsprechung zur SWIFT und ein Währungsreservekorb. Trotzdem ist die wirtschaftliche Macht der Vereinigten Staaten in Lateinamerika weiter groß. So wurden nach Angaben der US-Notenbank FED zwischen 1999 und 2019 96 Prozent aller lateinamerikanischen Handelstransaktionen in US-Dollar abgewickelt.

Für Russland spielt die Region als Wirtschaftspartner eine wichtige Rolle

Es ist wahrscheinlich, dass das BRICS-Bündnis in naher Zukunft neue Mitgliedstaaten aufnehmen wird. Unter anderem rechnet sich Argentinien dabei gute Chancen aus. Der argentinische Botschafter in China, Sabino Vaca Narvaja, erklärte, ein Beitritt zur BRICS sei wichtig, um eine ausgewogenere globale Ordnung zu erreichen und neue Investitions- und Absatzmärkte zu erschließen. Tatsächlich unterhalten viele lateinamerikanische Staaten gute Wirtschaftsbeziehungen zu Peking und Moskau: So investiert die Volksrepublik massiv in die Region, beispielsweise im Rahmen der „Neuen Seidenstraße“ (Belt and Road Initiative). Auch für Russland spielt die Region als Wirtschaftspartner eine wichtige Rolle. Viele lateinamerikanische Staaten setzen darauf, so wirtschaftlich unabhängiger von den USA zu werden, was ihnen auch einen größeren politischen Handlungsspielraum ermöglichen würde. Ein solcher, so die Hoffnung, könnte es ermöglichen, einen eigenen gesellschaftlichen Entwicklungsweg einzuschlagen. Das gilt beispielsweise für Argentinien. Das Land befindet sich seit Jahren an der Leine des von Washington dominierten Internationalen Währungsfonds (IWF). Aus diesem engen Korsett möchte Buenos Aires lieber früher als später ausbrechen.

Verhindern, dass sich die Reigon zu einem Konfliktraum der Großmächte entwickelt

Die Staaten Lateinamerikas sind schon allein aus wirtschaftlichen Gründen an einem raschen Ende des Ukraine-Krieges interessiert. Nur allein dadurch lässt sich ihre Position allerdings nicht erklären. Auch politisch streben viele Länder der Region, insbesondere der in den vergangenen Monaten gestärkte Block linker Regierungen, eine Emanzipation vom Westen und stellvertretend für diesen von den USA an. Ein Ausdruck dieses Bestrebens ist die Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC), die auf ihrem Gipfel Ende Januar in Buenos Aires ihr Revival feiern konnte. Sie vereint alle Staaten des amerikanischen Doppelkontinents − außer den USA und Kanada − und steht für die Anstrengungen, eine eigenständige Politik im Rahmen einer multipolaren Welt zu spielen.

Kurz vor dem Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar 2023 stimmten 141 Mitglieder der UN-Generalversammlung für eine Resolution, die Moskau zum Rückzug seiner Streitkräfte auffordert – unter diesen der Großteil der lateinamerikanischen Staaten. Nicaragua stimmte gegen den Antrag, Kuba enthielt sich. Auch wenn westliche Medien darin eine Abkehr vom bisherigen Kurs sehen wollten: Trotz der Zustimmung zur UN-Resolution lehnen die lateinamerikanischen Regierungen Sanktionen gegen Russland weiter ab. Statt solcher setzen sie auf eine Verhandlungslösung des Krieges. So schlug der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador beispielsweise bereits im September des vergangenen Jahres einen fünfjährigen Waffenstillstand in dem osteuropäischen Land vor. Diese Zeit solle für direkte Gespräche zwischen Kiew und Moskau genutzt werden. Lula brachte im Januar Brasilien, China, Indien und Indonesien als Vermittler für Verhandlungen ins Spiel.

Auf Seiten der ukrainischen Regierung stoßen die Friedensinitiativen auf wenig Gegenliebe. Und auch die westlichen Staaten unterstützen die lateinamerikanischen Versuche nicht. Sie setzen stattdessen auf eine dauerhafte Schwächung Russlands: militärisch durch eine Niederlage auf dem Schlachtfeld, wirtschaftlich durch die Sanktionen. Dem Großteil der lateinamerikanischen Staaten geht es hingegen darum, einerseits zu verhindern, dass sich die Region zu einem Konfliktraum der Großmächte entwickelt. Zum anderen erhoffen sie sich eigene Vorteile im Bereich der internationalen Beziehungen – unabhängig von den USA. Denn: Der Ausgang des Ukraine-Krieges als Ausdruck des zugespitzten Machtkampfs zwischen den Machtblöcken USA und Westen, Russland und indirekt auch China wird daher auch Auswirkungen auf die Zukunft der Entwicklung auf dem Subkontinent haben.


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// GANZ EHRLICH

„Ich sage mal ganz ehrlich, diese schwarz gekleideten Inszenierungen bei verschiedenen Veranstaltungen von immer den gleichen Leuten erinnern mich an eine Zeit, die lange zurückliegt und Gott sei Dank,” erklärte Olaf Scholz von der Bühne des Kirchtages Ende Mai, nachdem zwei Umweltaktivist*innen es gewagt hatten, seine Rede zum Ausstieg aus der Kohleverstromung zu stören.

Nicht erst damit wird klar, wie leer und heuchlerisch seine Versprechungen und Inszenierung als „Klimakanzler” waren und sind, das zeigt die miserable Klimabilanz der Regierung. Nun aber diskreditiert derselbe Kanzler auch die Klimakrise als Ideologie und diejenigen, die sich für Klimagerechtigkeit einsetzen, als von Eigeninteressen geleitete Extremist*innen. Nicht verwunderlich daher, dass auch in Deutschland die Repression gegen Klimaaktivist*innen und deren Kriminalisierung steigt, das haben zuletzt die Verhaftungen im Zusammenhang mit der Räumung des Dannenröder Forsts und die Millionenklagen von RWE gegen Anti-Kohle-Aktivist*innen gezeigt.

In Lateinamerika sieht die Repression gegen Umweltaktivist*innen noch viel düsterer aus. Dort ist Umweltschutz buchstäblich lebensgefährlich und endet für viel zu viele Aktivist*innen tödlich. Fast drei Viertel der Morde an Umweltaktivist*innen weltweit finden in Lateinamerika statt, die meisten in Kolumbien, darauf folgen – mit großem Abstand – Mexiko, Brasilien und Honduras. Die NGO Global Witness berichtet von 227 ermordeten Umweltaktivist*innen im Jahr 2020, 65 davon allein in Kolumbien. Die meisten der ermordeten Aktivist*innen hatten sich gegen Abholzung durch Forstunternehmen zur Wehr gesetzt, ein Drittel der Opfer waren Indigene. Die Zahl derer, die aufgrund ihres Engagements schikaniert, bedroht, verhaftet oder entlassen wurden, ist weitaus höher. Und nicht nur das Leben der Umweltaktivist*innen steht auf dem Spiel, sondern das ganzer Communities und Ökosysteme. Internationale Unternehmen, auch aus Deutschland, zerstören aus Profitgier in Lateinamerika komplette Regionen – mit fatalen Folgen für das Klima. Sie betreiben Tagebaue, holzen Wälder ab, vertreiben Menschen oder beuten sie als billige Arbeitskräfte aus, verseuchen Grundwasser, tragen zur Versandung, Verwüstung, fehlenden CO2-Speichern und Dezimierung der Artenvielfalt bei.

Gleichzeitig werden diejenigen, die sich vor Ort gegen diese Zerstörung wehren, als „Feind*innen der Entwicklung” dargestellt, wie es der honduranische Umweltaktivist Joaquín A. Mejía ausdrückt, und damit als störende Elemente eines „Fortschritts”, der auf extraktivistischen und neokolonialen Strukturen beruht. Von dieser Art des Fortschritts, der von vielen lateinamerikanischen Regierungen propagiert wird, profitieren neben den internationalen Konzernen auch die Politiker*innen des Globalen Nordens, die die schmutzige Ressourcenausbeutung für die Energiewende in weit entfernte Regionen auslagern können. Auf diese Weise müssen sie sich mit Lösungen für die Klimakrise, die eine Abkehr vom ewigen Wirtschaftswachstums erfordern würde, gar nicht erst beschäftigen. Doch gerade indigene Umweltaktivist*innen sind es, die bereits jetzt vorleben, dass es auch anders geht.

Nicht nur deswegen ist der notwendige und legitime Protest von Umwelt- und Klimaaktivist*innen weltweit gegen die Zerstörung unserer aller Lebensgrundlagen ebenso unbeliebt bei Politik und Wirtschaft wie die Fakten über die Klimakrise selbst. Die peinliche Diskreditierung und Einschüchterung der Aktivist*innen im Falle von Scholz soll dazu dienen, von deren Botschaft abzulenken, die klar macht, dass mit den bisher geplanten Maßnahmen der Bundesregierung die selbst gesteckten Klimaziele nicht erreicht werden. Ganz ehrlich, so lässt sich die Klimakatastrophe nicht aufhalten.


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LYRIK AUS LATEINAMERIKA

Illustration: Joan Farías Luan (www.cuadernoimaginario.cl)

EXTRACCIÓN

Una montaña que fuera roja o
la sombra de una montaña que fuera roja en
otra montaña azul y abajo
en el lago, sumergidas, la montaña que fuera
roja y detrás la azul con una sombra proyectada
de la montaña que fuera roja, árboles separan
los dos universos cortados por el hilo de plata
con el que abrirán, literalmente, las montañas
para extraer: oligisto, mercurio, calcantita,
carbón, esquisto y algunas vetas de brillante oro.
La sombra de una montaña que fuera roja
se disuelve en cianuro al caer el sol.

aus: Dos objetos elegidos al azar, Caleta Olivia, 2020


GEWINNUNG

Ein vielleicht roter Berg oder
der Schatten eines vielleicht roten Berges auf
einem zweiten, blauen Berg und darunter,
versunken im See, der vielleicht rote Berg und
dahinter der blaue mit dem Schattenwurf
des vielleicht roten Berges. Bäume teilen die
zwei Universen, durchtrennt vom silbernen Faden,
mit dem man wortwörtlich die Berge
aufbrechen wird zur Gewinnung von Blutstein, Quecksilber, Kupfersulfat,
Kohle, Schiefer und einigen glänzenden Goldadern.
Der Schatten eines vielleicht roten Berges
löst sich bei Sonnenuntergang in Blausäure auf.


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